Ganderkesee - „Der Beruf des Tischlers ist mehr als nur an der Hobelbank stehen“ – das wollte Carsten Wichmann, Geschäftsführer der Ideentischlerei H. Sandkuhl in Ganderkesee, seinen Besuchern am Mittwochvormittag klar machen. Acht junge Menschen waren mit der Initiative Zwaig in seinen Betrieb gekommen, um sich über den Tischlerberuf zu informieren.

Zusammen mit den beiden Auszubildenden Dennis Viand und Sebastian Iden führte der Geschäftsführer, der 1981 selbst als Tischler-Lehrling bei Sandkuhl angefangen hatte, durch die Werkstatt und die Ausstellungsräume. „Die Hobelbank ist heute eher Ablagebank“, erklärt Wichmann. Arbeitstische in verstellbarer Höhe seien neben den computergesteuerten Maschinen eher der Arbeitsplatz für einen Tischler.

In der Tischlerei Sandkuhl werden Tischler mit der Fachrichtung Möbelbau ausgebildet. „Zudem gibt es die Fachrichtung Bautischlerei“, sagt der Geschäftsführer. Diese Auszubildenden würden Türen und Fenster fertigen.

Dass ein Tischler, oder wie es in Süddeutschland heißt „Schreiner“, nur mit Holz zutun hat, stimmt so nicht mehr. Holz sei natürlich das Hauptmaterial, aber auch mit Glas, Metal und Kunststoff bekommen es die Möbelbauer zutun.

Um einen Ausbildungsplatz als Tischler zu bekommen, empfiehlt Wichmann ein freiwilliges Praktikum. „Da bekommt man auch einen guten Einblick in den Job“, sagt er. Seine vier Auszubildenden hätte alle zuvor Praktika in dem Betrieb absolviert. „Ein Tischler sollte auch räumliches Vorstellungsvermögen haben“, sagt Wichmann. Außerdem gehöre ein gepflegtes Äußeres und Sauberkeit dazu. Gute Noten in Mathe, Physik und Deutsch seien auch wichtig, „schlechter als drei sollte es nicht sein.“


Die Berufsaussichten für Tischler sieht der Geschäftsführer positiv: „Tischler werden wahrscheinlich immer gut zutun haben“, meint er. Generell sehe er im Handwerk eine gute Grundlage für eine erfolgreiche Karriere. Er selbst habe nach der Tischlerausbildung den Meister gemacht. „Auch als Grundlage für ein Studium ist eine handwerkliche Ausbildung gut“, sagt er. Man profitiere aus der praktischen Erfahrung. Er bedauerte, dass die Information in den Schule über das Handwerk zu kurz käme.

Die nächsten Zwaig-Betriebsbesichtigungen sind im Januar bei einer Medien-Agentur und im Februar bei einem Rechtsanwalt.