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Technik Sanftes Gleiten über hohe Wogen

Elsfleth - Trotz moderner Technik ist der Mensch den Naturgewalten ausgesetzt. Das trifft in erster Linie auch auf die Lotsen zu, die selbst bei stürmischem Wetter hinaus auf See müssen, um Schiffe sicher zu ihren Bestimmungsorten zu führen. Neue Boote der SWATH-Generation erleichtern ihnen seit einigen Jahren diese Arbeit.

Zahlreiche Modelle

Über die Technik, die dahinter steckt, und das Verfahren des Lotsversetzwesens informierten Michael Lühder, Leiter für Schiffstheorie der Werft Abeking & Rasmussen in Lemwerder, sowie Andreas Schoon, Geschäftsführer des Lotsbetriebsvereins Cuxhaven, am Dienstagabend in der „Kogge“. Michael Lühder hatte zahlreiche Modelle der Spezialschiffe mitgebracht. Dieter Allers aus Cuxhaven zeigte zudem einen kleinen Ausschnitt zweier Filme über das Versetzen von Lotsen mit den modernen Doppelrumpfbooten. Der Nautische Verein Niedersachsen hatte zu diesem ersten Vortragsabend im Winterhalbjahr eingeladen. Der stellvertretende Vorsitzende Johannes Reifig begrüßte mehr als 50 Gäste, die einen überaus informativen und zugleich spannenden Abend erlebten.

Zunächst schlug Andreas Schoon einen Bogen vom Lotswesen in den 1930er- bis in die 1960er-Jahre und zeigte kurz die Entwicklung vom Segel- zum Dampfschiff auf, um sich dann sogleich dem Hauptthema zu widmen. Denn die SWATH-Schiffe, von denen er berichtete, hätten die Arbeit der Lotsen sicherer gemacht. Auch sei nun eine zuverlässige Lotsversetzung auch bei extrem stürmischem Wetter besser gewährleistet. Er erwähnte, dass nach dem Krieg neun Tote zu beklagen gewesen seien, drei Boote seien verloren gegangen.

Andreas Schoon führte einige Beispiele an. So sei es in der Elbmündung nur schwer möglich gewesen, mit großen Schiffen Lee zu machen für die Lotsenboote älterer Generation. Ziel sei es daher gewesen, das Versetzen auch bei Geschwindigkeiten von acht bis zwölf Knoten und rauer See vorzunehmen. „Das ist uns gelungen“, sagte Andreas Schoon.

Vorhaben realisiert

Um das Vorhaben realisieren zu können, hatte man sich in Nordamerika umgeschaut. Dort waren die SWATH-Schiffe schon erfolgreich im Einsatz. Die deutschen Experten waren überzeugt. Und so kam 1999 der erste SWATH-Tender in Fahrt, danach auch die größeren wie das Stationsschiff „Elbe“ (Foto), das 2001 getauft wurde. „Wir haben schon sechs Meter See auf der Nordsee abgeritten“, erzählte Andreas Schoon. Das sei mit den älteren Einrumpfschiffen so nicht möglich gewesen. Die neuen Modelle lägen aufgrund ihrer Konstruktion – zwei torpedoförmige Auftriebskörper befinden sich unter der Wasseroberfläche – sehr gut in der See, machte er deutlich. Er berichtete noch, dass die Außenstelle Cuxhaven des Lotsbetriebsvereins zehn Lotsenschiffe und drei Lotsenhäuser betreibe. 160 Mitarbeiter seien beschäftigt. Im Jahr 2011 hätten 70700 Lotsversetzungen stattgefunden.


Sehr eindrucksvoll zeigte Michael Lühder im Anschluss die Entwicklung hin zu den SWATH-Schiffen neuester Generation mit ihren lobenswerten Eigenschaften für das Lotsversetzwesen auf. Er ließ nicht unerwähnt, dass auf der Basis dieser Schiffe auch andere Spezialkonstruktionen beispielsweise für die Marine und Off-Shore-Unternehmen gefertigt würden. Informativ war auch sein Exkurs in die Planung und Ausstattung von Luxusyachten bei Abeking & Rasmussen. Damit Schiffe möglichst wenig stampften und rollten, setzten Lotsen und Militärs auf die SWATH- Technologie. Mit der „Silver Cloud“ für die US-Amerikaner Alexander und Renate Dreyfoos sei 2008 die erste private SWATH-Yacht in Lemwerder gebaut worden. Die Frau sei auf anderen Yachten immer Seekrank geworden. Eine Probefahrt auf einem SWATH-Schiff hätte das Paar überzeugt, sagte Michael Lühder. Er zeigte noch das Bild eines Prototyps. Das 20 Meter lange SWASH-Boot mit nur einem torpedoförmigen Rumpf soll auf der Elbe vor Brunsbüttel in den nächsten Monaten getestet werden.

Ulrich Schlüter
Ulrich Schlüter Redaktion Brake
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