Nadorst - „Was nützt es, wenn alles toll saniert wird, aber das Drogenproblem in diesem Bezirk nicht gelöst wird“, kam es aus den Reihen der Bürger. Rund 50 Teilnehmer zählte die Stadtverwaltung bei ihrer Informationsveranstaltung am Montagabend über die anstehenden Sanierungsarbeiten an der „Unteren Nadorster Straße“. Um die Sanierung von Gebäuden und Infrastruktur allein ging es aber nicht. Ein Thema war die Tatsache, dass sich nahe dem Gertruden-Kirchhof die Alkohol- und Drogenszene trifft.

Selbstverständlich müsse es für wohnungslose Menschen eine Möglichkeit geben, sich in einem Gebäude (Tagesaufenthalt an der Ehnern­straße 2) aufhalten zu können, war die Meinung. „Aber bitte nicht in der Nähe einer Schule“, sagte ein Teilnehmer. Für die Kinder der nahen Grundschule Heiligengeisttor sei das nicht schön, so auch die Vertreterin des Kinderschutzbundes Monika Kreye. „Wir sehen es sehr sehr kritisch, dass sich diese Einrichtung seit 25 Jahren neben einer Grundschule befindet. Wir sind aber optimistisch, dass aufgrund des heutigen Abends sich bald etwas ändern wird“, so Kreye.

Auch die Umgebung der nahen Jugend- und Drogenberatung Rose 12 sei problematisch. „In der gesamten Umgebung inklusive des Friedhofes sind immer wieder Spuren von Drogen- und Alkoholkonsum zu sehen“, wurde seitens der Vertreter der Werbegemeinschaft „Die Nadorster“ festgestellt.

Sie werde die Problematik deutlich in der Stadtverwaltung ansprechen, kündigte Elke Wicherts, Leiterin des Stadtplanungsamtes, an, um dann ihrer eigentlichen Aufgabe an diesem Abend nachzukommen. Zusammen mit ihren Mitarbeiterinnen Elke Dannemann und Svenja Brüning-Mader stellte sie die Planungen im Rahmen des Städtebauförderungsprogramms „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ vor. Das eigentliche Fördergebiet umfasst knapp zehn Hektar. Gefördert wird je zu einem Drittel von Bund, Land und der Stadt. Die Stadt kostet dieses Vorhaben rund zwei Millionen Euro.

Es werden nicht nur einzelne Gebäude saniert, sondern auch Straßenzüge, Wege und Plätze. Der Lindenhofsgarten ist ebenso einbezogen wie der Heckenweg und der Eingangsbereich des Gertruden-Kirchhofes. Bei den Gebäuden ist wichtig, dass sie ortsbildprägend sind (zum Beispiel mit typischer symmetrischer Fassadengliederung und Stilelementen). Auch das „Oldenburger Giebelhaus“ und Villen und Wohnhäuser des gehobenen Bürgertums sind im Programm.


Gefördert wird die Instandsetzung und die Modernisierung der Gebäude. Auch Mittel für Bau- und Ordnungsmaßnahmen von leerstehenden, fehl- oder mindergenutzten Gebäuden stehen zur Verfügung. Es besteht kein Rechtsanspruch auf Förderung. „Jede Maßnahme wird ganz individuell im Gespräch mit uns entschieden“, sagte Raumplanerin Elke Dannemann. Konkrete Fragen, wie und was denn nun umgebaut und aussehen wird, konnten nicht beantwortet werden.

„Hierfür suchen wir Menschen, auch heute Abend, die an dem Rahmenplan mitwirken möchten“, sagte Elke Wicherts. Sie wünscht sich, dass sowohl Eigentümer von Gebäuden, Vertreter der Kaufmannschaft, der Industrie- und Handelskammer, der Bürgervereine und auch Privatleute an der Erarbeitung des Rahmenplanes mitwirken. „Der Rahmenplan wird dann aber auch ganz konkret festlegen, was gemacht wird“, versprach Wicherts. Realistischer Maßnahmenbeginn sei 2019/2020.