SATERLAND/OSTRHAUDERFEHN/RHAUDERFEHN - Das kleine Mädchen sieht blass aus. Es ist schmächtig und hat nur wenig Appetit. Die braunen Kulleraugen wirken müde. Gerne lacht die Kleine und spielt mit ihren Freunden – auch wenn es sie mehr Kraft kostet als die anderen Kinder.
Andrea (Name geändert) ist sechs Jahre alt. Sie hat Leukämie – Blutkrebs. Ihr Leben ist nur ein Beispiel. Sie hat „eine Krankheit, die jeden von uns treffen kann“, sagt Bürgermeister Hubert Frye. Aus diesem Grund unterstützt die Gemeinde Saterland gemeinsam mit den Gemeinden Rhauderfehn und Ostrhauderfehn die Stammzellentypisierungsaktion des Vereins Leukin am Sonnabend, 21. März, von 10 bis 17 Uhr im Schulzentrum Rhauderfehn.
Der Verein ruft alle Bürger der Region dazu auf, an der Veranstaltung teilzunehmen – „schließlich gilt es Leben zu retten“, so Anna Fennen, erste Vorsitzende von Leukin. Es werden potenzielle Spender für Blutkrebskranke gesucht.
Alleine in der Gemeinde Saterland sind gegenwärtig zwei Fälle bekannt, bei denen Erwachsene an Leukämie erkrankt sind und denen geholfen werden müsse.
Dass sowohl eine Typisierung und eine Stammzellenspende ungefährlich sind, weiß Frank Wietjes. Der Schwimmmeistergehilfe aus dem Saterland ließ sich vor mehr als 15 Jahren auf einem Straßenfest typisieren. Im August 2007 klingelte dann das Telefon, berichtet Wietjes. „Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) hatte einen 40-jährigen Engländer gefunden, dessen Blutbild mit meinem übereinstimmte.“
Danach ging alles sehr schnell: Wietjes musste sich von unten bis oben in einer Spezialklinik untersuchen lassen. „Als feststand, dass ich gesund bin, ging es los.“ Wietjes bekam ein Medikament dass die Stammzellenproduktion förderte. Danach kam er für einen Tag in die Klinik. Dort sei ein Zugang von einer Art Zentrifuge zu ihm gelegt worden. Aus seinen etwa sieben Litern Blut wurden innerhalb von vier Stunden die nötigen Stammzellen herausgefiltert. Noch am selben Tag durfte er das Krankenhaus wieder verlassen.
Nachwirkungen, Schmerzen und Komplikationen habe es nicht gegeben. Wietjes: „Im Gegenteil die Stammzellenspende ist komplett ungefährlich. Ich würde es immer wieder tun.“
Jeder Mensch zwischen 17 und 55 Jahren kann alle zwei Jahre spenden, sagt Ursula Park, zweite Vorsitzende des Vereins Leukin.
In Deutschland haben sich bisher rund 1,8 Millionen Menschen typisieren lassen. Die Wahrscheinlichkeit einen passenden Spender zu finden liegt bei knapp 1 : 1000 und steigt, je mehr Menschen in die Datei aufgenommen werden, erklärt Anna Fennen.
Die Gemeinschaft kann am 21. März gemeinsam etwas unternehmen, damit Kinder wie Andrea wieder mehr Appetit haben und weiterhin mit ihren Freunden spielen können.
