SATERLAND/SCHARRELERDAMM - Lange hat sich die Wut am Scharreler Damm, der Kreisstraße 296 im Saterland, aufgestaut – nun bricht sie sich Bahn. „Das ist die schlimmste Kreisstraße, die es im Landkreis Cloppenburg gibt“, sagt die Anwohnerin Edith Sassen. Streitpunkt in der Nachbarschaft ist der Radweg am Rande der Straße, der vor rund 20 Jahren als Provisorium angelegt worden war. „Da sind teilweise so große Schlaglöcher drin, dass unsere Kinder ihre Fahrräder darin abstellen können“, meint Anwohnerin Anna Schade. Dazu sei es für Kinder extrem gefährlich, die Straße zu nutzen, da Lastwagenfahrer dem Gegenverkehr oft nur auf dem Randstreifen ausweichen können. Mit Transparenten am Straßenrand fordern die Anwohner nun: „Radweg sofort“.
Saterlands Bürgermeister Hubert Frye kann die Wut der Anwohner sehr gut nachvollziehen. „Ich kann nur unterstützen, dass es wichtig ist, die Sicherheit am Scharreler Damm zu verbessern“, erklärte er gegenüber der NWZ . Problematisch seien jedoch die Kosten, die auf die Gemeinde mit dem Neubau eines Radweges an der Kreisstraße 296 zukommen würden. 685 000 Euro würde es die Gemeinde kosten, die 3,5 Kilometer lange Strecke in ihrem Bereich zu bauen. „Das können wir alleine nicht schultern“, erklärte Frye.
Der Landkreis Cloppenburg würde sich maximal mit 25 Prozent der Kosten beteiligen. Aber auch den restlichen Betrag könne die Gemeinde laut Frye nicht auf sich nehmen. Zusammen mit seinem Friesoyther Bürgermeister-Kollegen Johann Wimberg ergriff er die Initiative und bat die Förderbank „Niedersachsen-Bank“ um Unterstützung. Wimberg würde auf dem Friesoyther Teil der Kreisstraße gern ebenfalls einen Radweg bauen.
Hintergrund ist die touristische Anbindung Scharrels an bestehende Radfernwege. „Man könnte damit alle interessanten Punkte wie Mühle und Heimatmuseum erreichen“, meint Frye. Problematisch sei allerdings, dass bislang keine Radroute an der Straße entlang führt, weshalb Wimberg und Frye mit ihrem Anliegen noch keinen Erfolg hatten. „Das ist die berühmte Frage nach Huhn und Ei“, meint Frye. Solange es nämlich keine Anbindung an eine Radroute gebe, würde der Radweg nicht gefördert. Eine Anbindung käme allerdings nicht zustande, wenn die Sicherheit der Fahrradfahrer nicht gewährleistet sei. Abgeschlossen seien die Beratungen der Niedersachsen-Bank jedoch nicht, wie Pressesprecher Jörg Wieters der NWZ mitteilte. Somit können sich Friesoythe und Saterland wohl noch weiterhin Hoffnungen auf eine Förderung machen.
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