Rodenkirchen - 133 Schafe aus sechs Rassen wurden den fünf Preisrichtern bei der traditionellen Schafauktion des Landeschafzuchtverbandes Weser-Ems und des Stader Schafzuchtverbandes am Sonnabend auf dem Marktplatz vorgeführt. „Das Zuchtmaterial ist heute sehr zufriedenstellend, denn es wurden Spitzenprodukte aufgetrieben“, stellte der Landesverbands-Vorsitzende Heiko Schmidt fest.

Die Beurteilung für die Prämierung der Tiere am Vormittag erfolgte auch aufgrund einer neuen Zuchtwertschätzung, die die Reproduktion und Fruchtbarkeit, die Exterieurmerkmale wie Wolle, Bemuskelung und äußere Erscheinung sowie die Fleischleistung mit Gewichtszunahme und Fettauflage berücksichtigt.

Die Rodenkircher Schafauktion war die letzte der jährlichen Auktionen in Norddeutschland und viele Züchter haben sich bereits bei den vorherigen Auktionen in Cloppenburg oder Schleswig-Holstein mit guten Tieren eingedeckt. Auktionator Dieter Brockhoff jedenfalls gab bei der Versteigerung am Nachmittag sein Bestes und sorgte für eine gute Stimmung unter den Anwesenden, darunter Schafhalter aus Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt oder Baden-Württemberg.

Insgesamt war die Veranstaltung sehr gut besucht. Dazu trugen auch die Stände der Anbieter von Wollprodukten, gefärbter Schurwolle, Fellen, Schuhe und vielen weiteren Dingen rund um das Schaf bei. Zur Mittagszeit füllte sich die Markthalle, da zum Abschluss der Lammwochen des Vereins ProRegion Wesermarsch Gastronom Gerfried Hülsmann den Grillteller mit verschiedenen Schaffleischspezialitäten servierte.

Im Außenbereich wurden Coburger Fuchsschafe geschoren, Die Kinder durften die Schafe streicheln oder die Wolle mitnehmen. Auch Tierzuchtbedarf, Wiegesysteme, und Herdenmanagementprogramme wurden angeboten. Drei Standbetreiber, die seit Jahrzehnten in Rodenkirchen bei der Schafauktion zu Gast sind, wurden von Heiko Schmidt mit einem Präsentkorb für ihre Treue geehrt.

Zurzeit zählt der Landesschafzuchtverband Weser-Ems 656 Mitglieder mit leicht steigender Tendenz. Schwierigkeiten bereiten den Haltern die stark gestiegenen Landpachten und die zunehmende Intensität in der Landwirtschaft, die verhindere, dass die Landwirte sich Zeit für die Schafhaltung nehmen, sagte Heiko Schmidt. Die Anzahl der Hobbyhalter sei allerdings gestiegen. Sie nutzen Kleinstflächen für ihre Haltung und genießen den Umgang mit den Schafen in ihrer Freizeit.

„Sorgen bereitet uns der Wolf, der die Weidehaltung im Oldenburger Land, in Friesland und in der Wesermarsch erschwert“, so Heiko Schmidt. Es gäbe bis jetzt nur durchziehende Tiere. Die Schafe sei ein wichtiger Teil der Kulturlandschaft. „Wer soll in Zukunft die Deichlandschaft pflegen? Der Wolf mit seinen Welpen oder das Schaf mit seinen Lämmern?“, fragte der Landesverbands-Vorsitzende und verwies zudem auf den Tourismus, der für die Region wichtig sei.