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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Scharfe Kritik an Exportstrategie am Milchmarkt

25.11.2015

Westerstede Ein Umdenken in der Milchpolitik und eine Abkehr von der Exportstrategie haben Vertreter aus bäuerlicher Praxis, Verbänden und Politik bei einer Tagung in Westerstede gefordert. „Der Export ist nicht die Lösung des Problems, sondern eine der Ursachen“, sagte Ottmar Ilchmann, stellvertretender Bundesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), auf der von BUND Niedersachsen, Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM), Brot für die Welt, Germanwatch, Misereor, Arbeitslosenselbsthilfe Oldenburg (ALSO), Ökumenischem Zentrum Oldenburg (ÖZO) und AbL organisierten Veranstaltung.

Ilchmann meinte, dass die Milchmenge zur Vermeidung von Preiskrisen reduziert werden müsse. „Dafür müssen europaweit Milcherzeuger, die weniger produzieren, honoriert werden und Erzeuger, die mehr produzieren, eine Abgabe zahlen“, sagte er.

Kirsten Wosnitza, Milchbäuerin aus dem nordfriesischen Löwenstedt und BDM-Vertreterin, warnte, dass die aktuelle Krise kein Einzelfall bleiben werde. „Die Milchkrise ist exemplarisch für das, was uns noch erwarten wird“, meinte sie. „Wir sind nicht grundsätzlich gegen Export, aber gegen Dumping-Export“, sagte sie. „Milchproduktion unter unseren Kosten und auf Kosten anderer, das geht überhaupt nicht.“

Dass die Exportpolitik auch Auswirkungen auf Milchproduzenten in Entwicklungsländern hat und deren landwirtschaftliche Grundlagen bedrohe, machte Sagari Ramdas von der „Food Sovereignity Alliance Indien“ deutlich. „Die Lösung Export kann keinesfalls richtig sein“, meinte sie. „Wir müssen uns lokal organisieren“, sagte sie sowohl mit Blick auf Milchbauern in Indien als auch in Deutschland.

Dass ein Fokus auf Regionalität und besondere Produkte, wie Weide- oder Biomilch, ein Weg mit Potenzial für hiesige Milchbauern sein könnte, meinte auch Hans-Joachim Janßen, Landtagsabgeordneter der Grünen. Ziel müsse es sein, eine adäquate Wertschöpfung vor Ort zu sichern und sich von den sehr volatilen Märkten etwas abzukoppeln.

Dagegen sah Herbert Heyen, Vorstandsvorsitzender der Molkerei Ammerland (Wiefelstede), in der Exportorientierung eine Chance und Notwendigkeit. „Wir müssen raus auf die Drittmärkte“, sagte er u.a. mit Verweis darauf, dass in Niedersachsen die Selbstversorgungsrate bei Milch bei 200 Prozent liege. Die Molkerei habe dabei eine „klare Exportstrategie“ und arbeite mit Partnern vor Ort zusammen.

Jörg Schürmeyer Redakteur / Wirtschaftsredaktion
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