SCHARREL - SCHARREL/HNW - Seit fünf Jahrzehnten gehen sie ihren Lebensweg jetzt schon in Freud und Leid gemeinsam und sind unzertrennlich: Am heutigen Donnerstag feiern Theodor und Regina Griep aus „Di littje Wai“ in Scharrel goldene Hochzeit. Nachdem sie sich am 27. Dezember 1955 auf dem Standesamt in Scharrel das Jawort gegeben hatten, traten sie zwei Tage später, nämlich am 29. Dezember 1955, in der St.-Andreas-Kirche in Cloppenburg vor den Traualtar.

Theodor Griep wurde am 27. Oktober 1916 in Scharrel geboren. Er besuchte dort die Volksschule und absolvierte anschließend die Landwirtschaftsschule. Sechs Jahre lang nahm Theodor Griep aktiv am Zweiten Weltkrieg teil. Aus englischer Gefangenschaft kehrte der Scharreler am 15. Juni 1945 heim, um die Arbeit in der elterlichen Landwirtschaft wieder aufzunehmen. Theodor Griep half nach dem Krieg aber auch beim Aufbau der vielen zerstörten Gehöfte und Häuser. Im Zuge der Flurbereinigung für das Scharreler Oster- und Westermoor siedelte die Familie Griep 1970 mit ihrem landwirtschaftlichen Betrieb aus dem Ortskern von Scharrel nach Scharrel-Langhorst um. Diesen bewirtschaftete Theodor Griep mit seiner Ehefrau Regina bis 1991, als der Hof auf den Sohn Johannes übertragen wurde. Theodor und Regina Griep zogen zurück in den Ort, in ihr „altes“ Domizil an der Straße „Di littje Wai“, wo sie heute noch mit Tochter Maria leben.

Die noch sehr rüstige Jubilarin Regina Griep, geborene Hanekamp, erblickte am 26. Februar 1924 in Scharrel das Licht der Welt und war nach dem Besuch der Volksschule in Scharrel zunächst im elterlichen landwirtschaftlichen Betrieb tätig, arbeitete dann in verschiedenen Haushalten, um schließlich wieder in die elterliche Landwirtschaft zurückzukehren. Nach der Heirat 1955 bewirtschaftete sie gemeinsam mit ihrem Mann den Hof und erzog die vier Söhne und eine Tochter, von denen ein Sohn bei einem Unfall tödlich verunglückte. Während des Zweiten Weltkrieges war Regina Griep mit weiteren Frauen des Ortes bei der Feuerwehr aktiv.

Das Jubelpaar war viele Jahre im Gemischten Chor „Eintracht“ engagiert, auch heute sind beide noch Mitglied im SV Scharrel. Während die Jubilarin in ihrer Freizeit gern kegelt oder handarbeitet, durfte sich der 89-jährige Theodor Griep nunmehr freuen, dass ihm vom Schützenverein die Ehrung für seine 70-jährige Vereinstreue überbracht wurde. Die besondere Leidenschaft gilt jedoch der Heimatforschung. So hat der Mitbegründer des Heimatvereins „Seelter Buund“ nicht nur gemeinsam mit Professor Marron Fort viel für den Erhalt der saterfriesischen Sprache bewirkt, sondern auch viel in den Kirchenbüchern geforscht und Artikel über seine Heimat verfasst.