SCHARREL - Die Scharreler sind für den Wettbewerb gut vorbereitet. Am 27. Juni ist die Bewertungskommission zu Gast.
Von Karin Olliges
SCHARREL - „Wenn etwas in Scharrel zählt, dann ist es die Gemeinschaft“, ist sich Wilfried Pörschke, Vorsitzender des Bürgervereins Scharrel, sicher. Um dies zu betonen, wählten die Verantwortlichen zum Dorfwettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ auch das saterfriesische Motto „Wi un uns Täärp - Wir und unser Dorf“ aus. „Alle 17 Vereine bringen sich ein und helfen sich gegenseitig. So etwas gibt es woanders nur selten“, sagt Pörschke.Ein Zeichen dieses besonderen Engagements ist auch das Bonifatiushaus im Ortskern. Im Zuge der Dorferneuerung wurde das heutige Pfarr- und Dorfgemeinschaftshaus mit großer finanzieller Unterstützung der Bürger sowie der ansässigen Vereine errichtet. „Heute ist es ein Treffpunkt für alle Vereine“, sagt Pörschke. So hat der Jungkolping im Keller einen eigenen Jugendraum. Die Räumlichkeiten werden aber auch von allen anderen Vereinen für Proben oder Feierlichkeiten genutzt.
Die Außenanlagen des Bonifatiushauses wurden außerdem von den Bürgern selbst fertiggestellt. Des Weiteren wurde das gesamte Kirchenumfeld neu hergerichtet. Die Vorplätze der Kirche und des Friedhofes wurden neu gepflastert sowie die Friedhofskapelle renoviert.
Aber nicht nur im Scharreler Ortskern hat sich während der Dorferneuerung von 1994 bis 2003 etwas getan. Auch der alte Bahnhof hat sich zu einem ansehnlichen und wichtigen Teil des Dorfes entwickelt. Nachdem der Heimatverein ihn mit Geldern aus Förderprogrammen gekauft hatte, wurde er renoviert und zum Saterfriesischen Kulturhaus umfunktioniert. Heute beherbergt es ein Spracharchiv für die saterfriesische Sprachforschung sowie die Radiostation der „Ems-Vechte-Welle“, die jeden Dienstag und jeden zweiten Sonntag über das Saterland berichtet.
Die dreistöckige Galerie-Holländer-Windmühle, die 1870 erbaut wurde, gehörte ebenfalls zum Dorferneuerungsprogramm. Nach dessen Erwerb wurde sie von der Mühlen-Arbeitsgemeinschaft – einem Zusammenschluss von Heimat- und Bürgerverein – weitesgehend instandgesetzt. Diese Arbeiten setzte der neu gegründete Mühlenverein fort und kaufte 1998 auch den angrenzenden Stall, der heute unter anderem als Mühlen- und Heimatmuseum dient.
Der Vorsitzende des Bürgervereins rechnet sich gute Chancen bei dem Besuch der Kommission am 27. Juni aus. Pörschke: „Scharrel hat trotz aller Veränderungen seinen Dorfcharakter behalten.“
