SCHARREL - Das Wetter kann als Symbol gedeutet werden: Sommerliche Temperaturen und jede Menge Wind begleiteten die Akteure am Freitagnachmittag beim Spatenstich zu Saterlands neu entstehendem Bürgerwindpark im Scharreler Ostermoor. Ihn werden sie in Zukunft auch reichlich brauchen, wenn bis Ende des Jahres die 24 Windkrafträder in Betrieb gehen sollen.
Größter Windpark
Die Erleichterung darüber, dass es bislang zu keinen zeitlichen Verzögerungen des 120 Millionen Euro teuren Bauprojekts gekommen ist und der Landkreis die Baugenehmigung Ende März erteilte, war allen Beteiligten deutlich ins Gesicht geschrieben. Die Stimmung war sichtlich gelöst, von einem „weiteren Meilenstein des Projekts“ sprach Guido Reiners, Geschäftsführer der Windenergie Ostermoor als Betreiber der Anlage. Mit Stolz verkündete er, dass es sich um den derzeit größten Windpark Niedersachsens handle.
Gleichzeitig gab der Geschäftsführer einen Ausblick, dass es von nun an Schlag auf Schlag in die nächste Bauphase gehe: Schon in der kommenden Woche werde das mit den Arbeiten beauftragte Unternehmen Enercon mit einem Kran auf dem Feld anrücken, um mit der Bodenverstärkung anzufangen. Sie ist wichtig, damit die Betonfundamente der Windkraftanlagen sicher installiert werden können. Laufe alles nach Plan werde man Mitte Juli die Türme aufstellen. Ende des Jahres sollen dann „so viele Windräder wie möglich“ ans Netz gehen. 42 000 Haushalte könnten rein theoretisch mit der „sauberen Energie“ beliefert werden.
„Saterland 21“
Überzeugt davon, das richtige Projekt zu unterstützen, war Günther Lanfermann als Vertreter des Vorstands der Raiffeisenbank Scharrel. Allerdings räumte er ein, dass er im Vorfeld auch schlaflose Nächte gehabt hatte: „Mein Albtraum war, dass drei Tage vor der Baugenehmigung noch alles hätte kippen können.“
Doch nicht nur die, die das Projekt entwickelt und ausgeführt haben, wurden in den Ansprachen berücksichtigt: Mit „Die Saterländer haben eine Einheit demonstriert, die ihresgleichen sucht“ – Worte des Enercon-Projektmanagers Wolfgang Lübbe – fanden auch diejenigen Erwähnung, die sich in Zukunft an dem Windpark finanziell beteiligen sollen.
Von einem „Saterland 21 im positiven Sinne“ sprach Bürgermeister Hubert Frye: „Hier wird die Energiewende mitgestaltet und hier wird ein bedeutender Beitrag zum Klimaschutz geleistet“, lobte er die Vorreiterrolle.
