SCHEPS - „Im Sommer hatten wir hier Mullsand, und im Winter Matsch“, erzählt Annelene Hinrichs. „Wenn ich früher zum Tanzen wollte, musste ich immer in Gummistiefeln los. Meine Tanzschuhe hatte ich in der Tasche.“
Für die Menschen Jenseits der Aue ist ihre Straße ein Grund zum Feiern: Erst seit 50 Jahren sind die etwa zwei Kilometer, die den Heidkampsweg mit der Heinfelder Straße verbinden, gepflastert. Und das wissen ihre Anwohner zu schätzen. So sehr, dass sie an diesem Sonnabend, 21. August, ein Straßenfest veranstalten.
Mit ihrem Besuch wird Bürgermeisterin Petra Lausch die Anwohner um 14.30 Uhr an der Ecke Jenseits der Aue/Heinfelder Straße beehren. Danach wird auf dem Hof der Familie Hinrichs (Jenseits der Aue 2) das Jubiläum gefeiert. Wie in alten Zeiten wird es in der geschmückten Scheune Kaffee und Kuchen sowie Würstchen und Bier geben. Eingeladen ist jeder, der sich mit den Anwohnern verbunden fühlt, aber auch Gäste und Touristen, die vielleicht vorbeiradeln, sind gern gesehene Gäste. Fahrradfahrer kommen hier viele vorbei. „Hier führt ja auch die Ammerland-Route lang“, sagt Annelene Hinrichs. Auch die Anwohner selbst haben sich bis in die 60-er Jahre hauptsächlich mit dem „Drahtesel“ fortbewegt. Doch sowohl damit als auch mit Pferdefuhrwerken sind sie des öfteren im Mull stecken geblieben.
Fritz Harms, damals Anwohner und Gemeinderatsmitglied, war es, der den Bau einer befestigten Straße initiierte. 1959 wurde das erste Stück der Straße gepflastert, 1960 der Rest. Doch die Ansage der Gemeinde lautete: „Wenn Ihr eine Straße haben wollt, müsst Ihr die Vorarbeiten selbst machen“, erzählt Walter Hinrichs. So haben die Anwohner die Löcher selbst gestopft und den Untergrund in Eigenregie befestigt. Sogar die Pflastersteine haben sie selbst von den Transportern geladen. „Als die Straße fertig war, hat uns das unheimlich gefreut“, erinnert sich Annelene Hinrichs. „Das war schon eine Erleichterung für uns.“ Und dann kamen auch die ersten Autos in die Straße.
