120 Schafe musste Holger Petzold am Sonntag auf dem Pestruper Gräberfeld scheren. Der 55-jährige Cloppenburger verrät, wie er zu dieser ungewöhnlichen Tätigkeit kam.

Herr Petzold, Schafscherer, wie wird man das ?

PetzoldDas ist kein Beruf, den man erlernen kann. Ich war früher selbst Schäfer und habe mir das im Laufe der Zeit selbst beigebracht.

Die Schafe zeigen nur wenig „Gegenwehr“ und scheinen das Scheren durchaus zu genießen. Sind die Tiere froh von ihrer dicken Wolle befreit zu werden?

PetzoldAus Tierschutzgründen ist das Scheren von Schafen einmal im Jahr Pflicht. Aber ich denke schon, dass sie das auch ganz gern mögen. Aber weil Schafe eher ängstlich sind, klemme ich sie fest zwischen meine Beine, ohne ihnen weh zu tun.

Was geschieht anschließend mit der Wolle?

PetzoldDie meisten Vliese gehen zum Waschen und Kämmen ins Ausland, da es in Deutschland kaum noch Wollwäschereien gibt.

Wie viele Schafe schaffen Sie in der Stunde?

PetzoldSo etwa 20 Stück.

Eine recht anstrengende Arbeit. Machen Sie das hauptberuflich?

PetzoldNein, ich habe zwar mal Schäfer gelernt, aber mittlerweile arbeite ich als Kraftfahrer. Ich bin aber nach wie vor gerne mit Tieren zusammen. Für mich ist es ein Hobby und ein willkommener Ausgleich zu meinem Beruf.

Marén Bettmann
Marén Bettmann Redaktion Wardenburg