Schierbrok - Einfach gigantisch: Staunend hingen die 16 Mädchen und Jungen an der großen Scheibe. Mehr als 50 Mal so hoch wie sie selbst ist die „Aida Nova“. Im August soll das riesige Kreuzfahrtschiff die Meyer Werft in Papenburg verlassen.

Ein grüner Kran mit dem Schriftzug „Bergadler“ transportiert ein tonnenschweres Metallteil. Fasziniert beobachten die Schüler der Grundschule Schierbrok mit Lehrerin Katrin Pansegrau und Schulleiterin Gaby Goetz das Treiben. Denn an diesem Tag sind sie als Reporter für den NWZ-Kinderclub unterwegs.

Die Klasse 3b macht mit bei „Plietsch“, einem Projekt der Nordwest-Zeitung, das die NWZ-Stiftung finanziell unterstützt. Grundschüler werden zu Reportern. Sie ziehen mit Kameras, Block und Stift los, um nach ihrer Recherche einen Artikel zu schreiben.

Dabei stellten sie sich die Frage: Wie entsteht eigentlich ein Kreuzfahrtschiff? Günther Döbber, Gästeführer des Papenburg Marketings, beantwortete ganz geduldig all ihre Fragen und erklärte den Vorgang: Drei Jahre dauere es von der Planung bis zum fertigen Ozeanriesen. 18 Monate werde alles bis ins kleinste Detail geplant und berechnet. 18 weitere werde dann gebaut.

Die ersten Schiffe – seit 1795 sind bereits 707 vom Stapel der Meyer-Werft gelaufen – wurden aus Holz gebaut. Das erste Metallschiff mit dem Namen „Triton“ produzierte das Unternehmen 1873.


Doch nicht nur Kreuzfahrtschiffe, in denen sich eine ganz eigene Erlebniswelt befindet, bauen die 3600 Mitarbeiter am Standort Papenburg. Auch das Forschungsschiff „Sonne“, Tanker sowie Schiffe für den Tiertransport hat die Meyer Werft bereits produziert.

Welche Kernelemente wichtig sind, damit die 45 000 Tonnen Metall und anderer Materialien der derzeit im Bau befindlichen Aida Nova schwimmen, das lernten die Schüler ganz praktisch im „schwimmenden Klassenzimmer“. Anhand eines Metallklotzes und in Bootsform gebrachten Metalls demonstrierte Döbber, dass auch dieses Material schwimmen kann. Wichtig seien dabei Form, Material und Gewicht.

Wenn ein zu schwerer Oberbau auf das Schiff geladen wird, geht es unter. Das haben die Schüler ganz praktisch im Wasserbecken mit Modellschiffen gesehen. Und nun wissen sie, wie aufwendig es ist, ein Kreuzfahrtschiff zu planen und zu bauen: Da können sie nur staunen.