Bockhorn - Heiko Haschen fährt regelmäßig mit dem Fahrrad von seinem Zuhause in Steinhausen zu seinen Eltern in Ellenserdammersiel. Dabei nutzt er den Radweg an der Landesstraße 816. Der war im Frühjahr 2013 frisch asphaltiert worden. Haschen: „Sehr gut, jetzt kann man da richtig schön fahren.“ Aber dann: „Auf einmal sehe ich Schilf durch den Asphalt wachsen. Ich bin kein Straßenbauer, aber das fand ich schon heftig.“

Heiko Haschen, CDU-Ratsmitglied in Bockhorn, wandte sich an den Leiter der Bauabteilung im Rathaus: „Im Winter gelangt Wasser in die Löcher, der Frost sprengt den Asphalt auf. Es wäre schade um den gerade sanierten Radweg, wenn hier nicht vor dem Winter etwas passieren wird.“ Jörg Lorenz schaltete die Niedersächsische Straßenbauverwaltung in Aurich ein.

Die Antwort: „Die Schäden sind uns bekannt. Das durchwachsende Schilf haben wir bereits bei der Abnahme festgestellt. Hiergegen gibt es leider keine technische Lösung.“ Schilf würde beim Wuchs der Pflanze einen derartigen Spitzendruck entwickeln, dass wesentlich stärkere Asphaltschichten aufgebrochen werden könnten. Die auf dem Radweg aufgebrachte fünf bis sechs Zentimeter starke Tragdeckschicht sei da kein Hindernis. Beizukommen wäre diesem Pflanzenwuchs nur mit dem Herbizit „Round Up“. Die Straßenbauverwaltung: „Hierfür bekamen wir jedoch keine Genehmigung.“

Nun recherchierte Heiko Haschen weiter, in seinem eigenen Hause, denn er arbeitet bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Bezirksstelle Oldenburg-Nord. Und tatsächlich, diese Stelle ist für die Genehmigung zuständig.

Das eigene Pflanzenschutzamt der Kammer in Hannover wurde zur Information eingeschaltet. Haschen erhielt die Auskunft, bei dem Schilf im Asphalt hätte das sogenannte Dochtstreichverfahren angewendet werden können, „eine sichere Sache, wenn es nicht zu nah an Gräben eingesetzt wird.“ Aber unabhängig davon wäre auch im Vorfeld sehr wohl eine Genehmigung für Gegenmaßnahmen erteilt worden.


Diese Aussage – ein Widerspruch zur Behauptung der Straßenbauverwaltung – leitete Heiko Haschen wieder nach Aurich weiter. Das passierte alles im Juli. „Bis heute habe ich keine Antwort erhalten. Auch das ärgert mich“, betonte er.