SCHILLIG - Die NWZ -Weihnachtsaktion 2005 kommt den Müttern zu Gute. 15 Frauen vertiefen jetzt
in Schillig ihre Kur-Erfahrungen.
Von Melanie Hanz
SCHILLIG - Wenn Jutta Keßler heute nach Hause nach Osnabrück fährt, dann hat sie im Gepäck jede Menge Anregungen, wie sie ihren Alltag mit zwei Kindern stressfreier bewältigen kann. Gemeinsam mit 14 anderen Frauen aus ganz Norddeutschland hat sie eine Woche im DRK Nordsee-Kurzentrum Horumersiel-Schillig zur Kurnachsorge verbracht.Im vergangenen Jahr waren die Frauen drei Wochen zur Mutter-Kind-Kur in der Einrichtung des DRK. Zumeist, weil der Familienalltag, die Doppelbelastung von Familie und Beruf sie körperlich und seelisch krank gemacht haben. Nun, ein Jahr später, geht es um Erfahrungsaustausch und auch darum, den Frauen einen weiteren Kick zur Verstärkung der Kur mitzugeben, sagt der Leiter des Kurzentrums Alwin Dübbel.
Möglich gemacht hat die Kurnachsorge die NWZ -Weihnachtsaktion 2005 „Kinder helfen kranken Müttern“. 147 128,64 Euro kamen dabei zusammen, die über das Müttergenesungswerk und die regionalen Wohlfahrtsverbände Müttern in der Region zu Gute kommen.
„Wenn die Frauen nach der Kur frisch gestärkt wieder in den Alltag kommen, müssen sie häufig feststellen, dass es schwierig ist, ihre guten Vorsätze auch umzusetzen“, erläutert Dübbel. Bei der Kurnachsorge, bei der die Kinder möglichst zu Hause gelassen werden, um die Intensität der Maßnahme zu verstärken, steht deshalb die individuelle Beratung im Vordergrund. „Die Frauen frischen jetzt wieder auf, was sie in der Kur gelernt haben. Ziel ist, dass sie sich selbst positiv sehen“, sagt Dübbel.
Aber auch das körperliche und seelische Wohlbefinden kommt nicht zu kurz: Vom Nordic Walking am Strand, Schwimmen, Gymnastik und Fitness über Entspannung, Sauna und Massage bis hin zu Kreativangeboten, Vorträgen und gemeinsamem Kochen reicht das Angebot, das das DRK-Kurzentrum für die Frauen zusammengestellt hat.
„Es ist ein völlig neues Gefühl, eine ganze Woche für sich zu haben – einfach mal Schwimmen zu gehen, wenn mir danach ist“, sagt Anja Gelhaus, Mutter von zwei Kindern aus Goldenstedt. Auch Jutta Keßler ist dankbar für die Auszeit von ihren beiden Kindern: „Hier wird viel angeboten, was ich zu Hause sonst niemals tun kann“, sagt sie.
Doch auch, wenn die Kinder mitgekommen sind, steht der Entspannung nichts im Weg. „Meine beiden verbringen den ganzen Tag im Kinderland. Sie lieben es. Und abends sind sie so kaputt, dass sie schon um 7 Uhr ins Bett fallen“, erzählt Martina Boenke.
Durch die Kurnachsorge werde vieles, was bei der Kur angeregt wurde, nochmal „aufgewühlt“, sagt Anja Gelhaus. „Nach den Beratungsgesprächen hier kann ich jetzt gezielter versuchen, den Alltag anders zu gestalten“, meint sie. Genauso geht es auch Jutta Keßler: „Nicht alles hat geklappt, was ich mir nach der Kur vorgenommen habe – das probiere ich jetzt einfach nochmal“, sagt sie.
Einig sind sich alle, dass die Kurnachsorge ein großes Glück ist: „Schönen Dank, dass wir hier sein dürfen!“, bringt es Anja Gelhaus auf den Punkt.
