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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Schlammschlacht bei EWE

18.02.2017

Oldenburg Neben der Spendenaffäre muss sich die EWE jetzt auch mit Korruptionsvorwürfen befassen: Laut einem Bericht des „Handelsblatts“ stehen Mitarbeiter der Konzerntochter EWE Netz in Verdacht, für Aufträge an fremde Unternehmen Gegenleistungen verlangt zu haben. Laut EWE prüft die Konzernrevision seit Dezember die Vorwürfe, seit Januar unterstützt von der externen Wirtschaftsprüfungsfirma KPMG. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg kündigte am Freitag eigene Ermittlungen an.

Das „Handelsblatt“ schreibt unter Berufung auf interne Unterlagen, Mitarbeiter hätten Bargeldzahlungen eingefordert und erhalten. Eine Zeugin habe von regelmäßigen Essenseinladungen und Thailand-Urlauben berichtet. „Das sind schwerwiegende Vorwürfe“, sagte EWE-Aufsichtsratschef Stephan-Andreas Kaulvers der NWZ.

Unabhängig davon deuten Insider die Enthüllungen des „Handelsblatts“ als Zeichen für eine beginnende Schlammschlacht zwischen EWE und dem vor dem Aus stehenden Konzernchef. Tatsächlich wird in dem Artikel ein EWE-Mitarbeiter auffällig positiv dargestellt: Vorstandschef Matthias Brückmann, der kürzlich über eine eigenmächtig veranlasste 253 000-Euro-Spende an eine Stiftung der Boxbrüder Klitschko gestolpert war. Die Zeitung äußert die Vermutung, dass sein plötzlicher Abgang nicht mit seinen eigenen Fehlern zusammenhänge, sondern damit, dass er die Korruptionsvorwürfe aufklären wollte.

Brückmann lässt sein Amt ruhen, seit das Präsidium des EWE-Aufsichtsrats seine sofortige Abberufung empfohlen hat. Über seine endgültige Ablösung entscheidet am 22. Februar der Aufsichtsrat.


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