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Mobilfunknetz Schlechter Empfang erregt Gemüter

Sabrina Wendt
Sabrina Wendt Jantje Ziegeler

Wildeshausen - „In Wildeshausen gibt es große Probleme bei der Nutzung von Mobilfunk“: So steht es im Antrag, den die SPD-Fraktion an Bürgermeister Dr. Kian Shahidi gestellt hat. Die Fraktionsvorsitzende Evelyn Goosmann fordert stellvertretend für die Fraktion den Bürgermeister auf, mit den Mobilfunkanbietern Kontakt aufzunehmen und auf die Empfangsprobleme hinzuweisen. Probleme bei der Stabilität der Verbindungen, der Sprachqualität und langsame Datenübertragungen seien auch als Standortnachteil zu sehen.

Geschäftsleute verärgert

Probleme, die Claus Greszik von der Firma Hermes und Schlüter Elektro kennt. „Das Vodafone-Netz ist unheimlich. Seit Mitte letzter Woche habe ich extreme Probleme, Anrufe zu tätigen oder SMS zu verschicken. Viele Kollegen aus der Firma haben dasselbe Problem allerdings schon länger, aber beim selben Anbieter“, sagt er. „In der Firma haben wir super Empfang, zu Hause allerdings nicht, zumindest nicht bei Vodafone. Mit dem T-Mobile-Handy ist alles o.k.“, heißt es beim Dachdeckerbetrieb Reinhard Dekker.

„Wir arbeiten seit dem 16. September an der Basisstation am Westring, um den Internet-Empfang dauerhaft zu verbessern“, teilt ein O2-Kundenbetreuer auf Nachfrage der NWZ  mit. Zurzeit komme es daher in ganz Wildeshausen zu Internet-Empfangsproblemen im Mobilfunkbereich.

„Kurznachrichten schreiben und telefonieren ist uneingeschränkt möglich, für die Arbeiten an der Basisstation musste nur der Internetempfang vorübergehend stillgelegt werden“, so O2. Mit einer Behebung der Störungen sei zeitnah zu rechnen.

Auch Vodafone-Kunden müssen wegen einer Modernisierung momentan Einschränkungen hinnehmen. „Von der Flächenabdeckung her stehen wir in Wildeshausen gar nicht so schlecht da“, sagt Dirk Ellenbeck, Vodafone-Pressesprecher, „wir sind dabei, das gesamte Netz zu modernisieren und auszubauen, um die Kapazitäten zu erhöhen und um für bessere Sprachqualität und Datenübertragung zu sorgen. Das geht nicht von heute auf morgen“, erklärt Ellenbeck. Das Unternehmen baue deutschlandweit das LTE-Netz aus; LTE steht für Long Term Evolution. „Dabei handelt es sich um die vierte Mobilfunkgeneration, die Geschwindigkeiten auf DSL-Niveau ermöglicht.“


Temporäre Abschaltung

Für die Umrüstung und die Modernisierung des bestehenden Netzes sei es erforderlich, Basisstationen temporär abzuschalten. „Eine andere Station übernimmt dann die Versorgung mit“, erklärt Ellenbeck und zieht einen Vergleich: „Als stünde plötzlich nur noch ein Bus für die Menschen zur Verfügung, die sonst zwei haben – so dass nicht jeder einen Sitzplatz bekommt.“ Wie lange die Bauarbeiten in Wildeshausen dauern werden, sei nicht absehbar.

„Normalerweise können die meisten Arbeiten über Nacht gemacht werden“, fährt Ellenbeck fort. Aus Sicherheitsgründen müssten manche Arbeiten aber auch tagsüber stattfinden, wenn etwa jemand auf die Masten rauf müsse.

Bei der Telekom, die eigenen Angaben zufolge in Wildeshausen drei Mobilfunkantennen-Standorte hat, werde derzeit ein Standort um die LTE-Technologie erweitert. „Die Inbetriebnahme dort ist zum ersten Quartal 2014 geplant“, wie der Pressesprecher der Telekom, George-Stephen McKinney auf NWZ -Anfrage mitteilt. Eine Überprüfung der Sender habe indes ergeben, dass in letzter Zeit keine Überlastung aufgetreten sei, ergänzt er.

Bei E-Plus seien keine ungewöhnlichen Beschwerden aus und um Wildeshausen herum gemeldet worden, erfährt die NWZ  bei dessen Pressesprecher Jörn Borm. Aber auch hier werde in naher Zukunft weiter am Netz gebaut.

Sabrina Wendt
Sabrina Wendt Thementeam Wirtschaft
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