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Gesellschaft „Schleichende Verblödung des Kindes“ am Bildschirm

Schortens - Machen Computer- und Fernsehkonsum doof? Töten Spielekonsolen die Fantasie? Und welche Auswirkungen haben Computerspiele auf die Reife von Kindern und Jugendlichen? Diesen Fragen ist der Detmolder Medienpädagoge Wilfried Brüning jetzt bei einem Informationsabend „Faszination Bildschirm – Mit fünf Jahren habe ich meine Fantasie an Nintendo verkauft“ im Jugend- und Familienzentrum „Pferdestall“ nachgegangen.

„Übermäßiger Bildschirmkonsum und Computerspiele verändern das Gehirn eines Kindes in fataler Weise“, sagt Brüning, „sie verursachen massive Lernschwierigkeiten.“ Brüning beruft sich auf Erkenntnisse der Hirnforschung.

Nicht ausbildungsfähig

Viele Eltern wissen, was es heißt, wenn Lehrer eine Lese- und Rechtschreibschwäche ihres Kindes feststellen, von mangelnder Konzentrationsfähigkeit berichten, zu wenig Ausdauer bemängeln sowie fehlende Disziplin und unakzeptables Sozialverhalten ihres Kindes beklagen. Laut Brüning sind inzwischen 35 Prozent der Jugendlichen nicht mehr „ausbildungsfähig“, und dies nicht nur aufgrund mangelnder Rechen- und Schreibfähigkeiten.

Fatale Auswirkungen habe, dass sich inzwischen die für Kinder verfügbaren Medien verzehnfacht haben. Dadurch habe sich die Zeit, die Kinder vor Fernseher und Computer verbringen, drastisch verlängert. „Ohne jeglichen Bezug zum wirklichen Leben verlieren sie sich dort in virtuellen Welten, in denen sie ohne Anstrengung Erfolge erzielen und Anerkennung finden, die ihnen in der Realität versagt bleiben“, so Brüning. Damit verbunden sei eine „schleichende Verblödung“: mangels aktiver Beanspruchung und Nutzung blieben Gehirnzellen unvernetzt oder würden sogar absterben.

Fernsehen verhindere, eigene Erfahrungen mit allen Sinnen zu machen. Stattdessen schalte das Gehirn ab. Dies bedeute Stagnation und verhindere Weiterentwicklung.

Konflikte aushalten

„Wie viel Zeit von Nichtentwicklung möchte ich meinem Kind zumuten?“, diese provokative Frage stellte Brüning seinen Zuhörern und beschwor die Eltern, die Medienzeit ihrer Kinder konsequent einzuschränken. Er machte ihnen Mut, die dadurch entstehenden Konflikte und unangenehmen Auseinandersetzungen mit den Kindern auszuhalten.

Der Computer könne durchaus nützlich sein, wenn er für Recherchen im Internet oder für den kreativen Umgang mit Arbeits- oder Lernprogrammen eingesetzt werde. Brüning empfahl, die Medienzeit am besten in die frühen Abendstunden zu legen, auf keinen Fall in die Zeit vor den Hausaufgaben, denn bereits vier bis acht Minuten Fernsehen oder Computerspiel nach der Schule reichten aus, um das Gelernte wieder zu vergessen: „Die hohe Informations- und Emotionsdichte dieser Medien entspannt nicht, sondern stresst das Gehirn und blockiert damit die Verarbeitung des soeben Gelernten.“

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