Hude - Das geplante Aufstellen von Schlichtbauten für die Flüchtlingsunterbringung in Hude sei ein sehr heikles und schwieriges Thema, betonte Bürgermeister Holger Lebedinzew in der Sitzung des Ausschusses für Gemeindeentwicklung und Umwelt am Mittwoch. Er appellierte an die Politiker, dies gemeinsam, parteiübergreifend auf den Weg zu bringen und nicht wieder eine Diskussion über die bereits mehrheitlich festgelegten, in Frage kommenden Standorte anzufangen. Wichtig sei es, jetzt so schnell wie möglich eine Bebaubarkeit zu ermöglichen.
„Wir wissen auch nicht, wie viele Flüchtlinge kommen”, sagte Friedrich Schnabel (CDU). Aber es sei wichtig, die Hausaufgaben zu machen. Auch Schnabel verwies darauf, dass bei einer Gegenstimme bereits beschlossen worden sei, vier Standorte mit gleicher Priorität für eine Bebauung in kleinteiligen Einheiten ins Auge zu fassen.
Wie die NWZ berichtete, ist einer der vier möglichen Standorte der rund 6000 Quadratmeter große Spielplatz an der Jägerstraße, mitten im Ort. Laut Bürgermeister Lebedinzew sollten davon rund 3000 Quadratmeter für eine temporäre Nutzung (circa 10 Jahre) für Schlichtbauten zur Verfügung stehen. In der Fachausschusssitzung sollte die Bebauungsplanänderung auf den Weg gebracht werden. Zwischenzeitlich hat sich aber herausgestellt, dass ein solches Verfahren nicht erforderlich ist, sondern nur ein sogenannter Befreiungsantrag beim Landkreis benötigt wird. Der Beratungspunkt zu diesem Thema wurde deshalb von der Tagesordnung genommen.
Derweil formiert sich in den Reihen der Anwohner der Jägerstraße Protest gegen die Pläne der Gemeinde. Eine Unterschriftenaktion sei gestartet, sagte Anwohner Carsten Raschen in der Einwohnerfragestunde. Bevor ein Spielplatz dieser Qualität „zweckentfremdet” werde, sei vielleicht die Frage zu stellen, ob sich nicht noch andere gemeindeeigene Grundstücke zur Errichtung von Schlichtbauten anböten. Raschen verwies darauf, dass der Spielplatz Jägerstraße vor einigen Jahren mit Fördergeldern in einen Treffpunkt für alle Generationen umgestaltet worden sei. Und das werde gut angenommen. Der Platz sei gut frequentiert. In Hude existierten sicherlich freie Gewerbeimmobilien oder Gewerbegrundstücke, die man für Wohnzwecke umrüsten könne. Lebedinzew erklärte, dass die verbleibende Hälfte des Spielplatzes auch weiterhin Spielplatz bleiben solle. Diese Kombination sieht der Bürgermeister als passend an, um gerade dort Integration stattfinden zu lassen.
Bekanntlich ist neben dem Spielplatz Jägerstraße auch das für Sportanlagen-Erweiterungen vorgesehene Grundstück am Vielstedter Kirchweg ins Auge gefasst worden. Hierfür ist das Bauleitplanverfahren auf den Weg gebracht worden. Sofort bebaut werden kann laut Lebedinzew eine Fläche der Gemeinde in Wüsting. Etwas aufwendiger ist es, für den vierten Standort, die gemeindeeigene Fläche bei der Schule Nordenholz, Baurecht für Schlichtbauten herzustellen, weil es dort auch einen Waldbestand gibt.
