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Gewerbe Nabu kämpft für Wald-Erhalt

Karsten Kolloge

SCHLUTTER - „Die Zerstörung einer derart großen Waldfläche ist in der heutigen Zeit nicht akzeptabel.“ – Schnörkellos und deutlich sind die Worte, mit denen sich der Naturschutzbund (Nabu) Ganderkesee an Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas gewandt hat. Der Appell der Naturschützer: „Unverzüglich“ müsse die Planung gestoppt werden, wonach acht von 14 Hektar eines Waldgebietes in Schlutter zum Sondergebiet werden sollen. Jetzt müsse gehandelt werden – bevor es wegen vollendeter Tatsachen kein Zurück mehr gebe.

Bei dem Areal handelt es sich um eine frühere militärische Liegenschaft, jetzt in Privateigentum. Ein Delmenhorster Unternehmen will sich hier ansiedeln. Beabsichtigt ist, Bauschuttrecyclinganlagen, Sortieranlagen und Anlagen zum Umschlag von Bauschutt sowie Erden aus dem Hoch- und Tiefbau zu installieren, ferner sollen Grünabfälle gelagert werden.

Bislang, so sagte Fachbereichsleiter Peter Meyer, gelte das Areal als Außenbereich. Nach einem Ortstermin hätten sich die zuständigen Fachausschüsse einstimmig für die Aufstellung eines Bebauungsplanes (Nr. 227) ausgesprochen. Zurzeit sei das Bauleitplanverfahren im Gange. Ziel: Das Areal soll ein „Sondergebiet“ werden, zugeschnitten auf die Tätigkeitsfelder des Betriebes. Andere Nutzungen (Kompostwerk, Biogasanlage) „wollen wir ausschließen“.

Meyer ergänzte, dass nach dem Konzept der Verwaltung alte und für den Naturschutz wertvolle Baumbestände erhalten werden sollten. Hingegen könne gewerbliche Nutzung da stattfinden, wo sich zurzeit noch jüngere Baumbestände befänden.

Doch da will der Nabu nicht mitspielen. Normalerweise, so Vorstandsmitglied Volker Kropik , gehöre ein Unternehmen wie das hier in Rede stehende in ein Gewerbegebiet. Nach Auskunft der Verwaltung sei dies aber nicht möglich, weil die Auflagen des Gewerbegebietes eine Ansiedlung nicht zulassen würden. Nur: Dann sei doch sehr fraglich, ob ein Waldgebiet der richtige Standort ist.


Kropik erinnerte daran, dass das Jahr 2011 von den Vereinten Nationen zum Internationalen Jahr der Wälder erklärt worden war. Dazu passe ganz und gar nicht, was jetzt in Schlutter vorgesehen ist.

Über 500 Unterschriften

sind in den vergangenen Wochen in Schlutter und umzu für einen Erhalt des „Schlutterwaldes“ und gegen eine gewerbliche Nutzung des Waldes gesammelt worden. Die Aktion sei von einer Bürgerinitiative bewerkstelligt worden, berichtet Beatrix Wieker.

Die Grünen

bereiten zurzeit eine Informations- und Diskussionsveranstaltung zu dem Thema vor, meldet Jens Gause, Vorstandsmitglied der Ganderkeseer Grünen. Gedacht sei an einen Abend in Kooperation mit dem Ortsverein in der Gaststätte „Zur Eiche“. Das Datum stehe noch nicht fest.
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