Oldenburg - Das von Niedersachsen im Alleingang eingeführte Verbot des Schnabelkürzens führt zu einem Einbruch bei der Entenhaltung. „Von bislang etwa 60 Betrieben werden wahrscheinlich nur rund 20 weitermachen“, sagte der Geschäftsführer des Landesverbandes der Niedersächsischen Geflügelwirtschaft, Dieter Oltmann, am Montag. Die Schlachtereibetriebe gingen immer mehr dazu über, Enten aus den benachbarten Bundesländern zu beziehen.

Aus Tierschutzgründen erteilt Niedersachsen ab Jahresende keine Sondergenehmigungen mehr für das mit der Stallhaltung von Moschusenten verbundene Schnabelkürzen. Die Freilandhaltung ist nicht betroffen, falle aber praktisch nicht ins Gewicht, sagte Oltmann. Die Regelung war noch vom vorherigen Landwirtschaftsminister Gert Lindemann (CDU) getroffen worden.

Da eine Stallhaltung der Tiere ohne ein Kürzen der Schnäbel nicht möglich ist, hatte es mit den betroffenen Landwirten Gespräche über die Haltung anderer Entenarten geben sollen. In Deutschland werden jährlich 1,5 Millionen Moschusenten großgezogen, davon bislang 450 000 in Niedersachsen.