Wangerland - Schnee schippen statt Sandburgen bauen – so könnte es den ersten Urlaubern an den Stränden des Wangerlands gehen, wenn am Freitag, 22. März, die Campingplätze öffnen. Für das Personal gibt es noch viel zu tun – eisige Temperaturen und eine dichte Schneedecke haben die Vorbereitungen zum Saisonauftakt behindert. Nun heißt es hoffen, dass der Schnee taut – doch auch das würde weitere Probleme verursachen. Das Tauwasser sickert ein, der Boden wird matschig.

Der Campingplatz in Schillig am Montagmorgen. Eisiger Wind drückt von der Nordsee ins Land, Schnee bedeckt den Großteil der Stellflächen für Campingfahrzeuge und Zelte. Der Blick auf die vielen Wohnwagen gegenüber der Rezeption trügt – Camper sind noch keine hier. „Das sind die Wagen der Dauergäste, die im Winter auf Bauernhöfen im Umland unterstanden“, sagt Klaus Reiners, Campingplatzwart in Schillig.

Nur schleppend gehen die Vorbereitungen voran. Allein 180 Stromkästen müssen aufgebaut werden, dazu Kassenhäuschen, Bänke, WC-Container und mehr – wegen des Schnees mussten die Arbeiten aber immer wieder verschoben werden. Auch Bauarbeiten an der Wegepflasterung ruhen derzeit.

Immerhin, das Spielhaus ist seit Freitag wieder geöffnet. „Wasser gibt's aber erst heute“, sagt Reiners. Der Grund: Wegen der Minustemperaturen wurden die Leitungen bislang nicht unter Wasser gesetzt – zu groß ist die Gefahr, dass frierendes Wasser Leitungen zum Platzen bringt.

„In einem der Sanitärgebäude ist eine Leitung geplatzt“, so Reiners. „Wir hoffen, das es dabei bleibt.“


Gut 150 Meter von der Rezeption des Campingplatzes entfernt bietet sich Passanten am Montag ein kurioses Bild: Zwischen Matschhaufen und Schneeverwehungen sind Joachim Hinrichs und Marko Badberg mit einem Traktor unterwegs. Auf dem Hänger: Strandkörbe. „Die müssen heute am Strand aufgestellt werden“, sagt Marko Badberg. Es sei aber das erste Mal, seit er denken kann, dass es dabei schneit.

Ähnliche Probleme gibt es auch auf dem Campingplatz in Hooksiel: 450 Strandkörbe und 60 Stromkästen aufbauen, das Reinigen der Sanitäranlagen und das Behaken der Stellflächen. Platzwart Ingo Kruse und seine Kollegen haben noch einiges „auf dem Zettel“.

„Ohne Überstunden ist das nicht mehr zu schaffen bis es hier los geht“, sagt Kruse. Das Gelingen hänge aber auch weiterhin von der Witterung ab. Entlang der Hauptwege des Campingplatzes türmen sich die Schneeberge. „Entweder es taut, oder wir müssen zumindest die Gassenzufahrten frei räumen, bevor die ersten Urlauber kommen“, so Kruse.

So oder so, sowohl in Schillig als auch in Hooksiel gilt: Wenn am Freitag die ersten Gäste kommen, muss auf den Campingplätzen alles bereit sein.