Ganderkesee - „Ob Sonne, Regen oder Schnee, wir feiern Fasching in Ganderkesee“ – so lautet diesmal das Motto der närrischen Tage. Für drei Männer aus den USA hat der Satz eine besondere Bedeutung: Sie trotzten einem Schneesturm – und hätten nach den Gesetzen der Wahrscheinlichkeit eigentlich gar nicht mitfeiern können.

Aber von Anfang an. In der vorigen Woche hatte es die Bewohner der östlichen Bundesstaaten der USA eiskalt erwischt. Blitzeis und Schnee brachten vielerorts den Verkehr zum Erliegen, etliche Haushalte waren ohne Strom, es gab sogar Tote. „Wenn Sie an einem warmen Fleck und in Sicherheit sind, dann bleiben Sie dort!“, empfahl der Gouverneur von North Carolina, Pat McCrory.

Doch das wollte Jochen Wittgraefe, Auswanderer aus Ganderkesee und Mitglied der Männergarde, nicht. Seit 2000 leben er und seine Frau Bianca in den Staaten, seit 2006 in North Carolina. Doch wenn in Ganderkesee gefeiert wird, dann komme dieses Kribbeln – und es ziehe ihn zurück.

Diesmal kam er nicht allein. Spontan entschieden sich Nachbar Brian Tierney und Arbeitskollege Roland Petersen, sich das Spektakel auch einmal anzuschauen. Doch auf dem Flughafen Charlotte kamen die Drei erst mal nicht weiter. „90 Prozent der Flüge waren gestrichen.“ Die Maschine des Trios wurde erst einmal enteist, dann zurück zum Terminal beordert, noch mal enteist. Vier Stunden später ging’s ab – „in einer Geistermaschine, die war fast leer“, erzählte Wittgraefe.

In Hannover gelandet, kam Männergarde-Sänger Oliver Heyer zum Abholen. Kurzfristig wurden in einem Oldenburger Kaufhaus Ganzkörper-Kostüme gekauft, Brian wurde ein Pinguin, Roland ein Hund. Jochen Wittgraefe: „Die Leute im Kaufhaus haben nur gelacht.“


Immerhin: Pünktlich zum ersten Büttenabend tauchte das Trio ins Getümmel ein. Ob es denn gefallen hat? Entschieden nickten beide, „crazy“ (verrückt) sei dieser Spaß. Das verlange nach mehr. Also besuchten sie auch gleich den Büttenabend Nummer zwei.