Schneiderkrug - Die Bilanz des Jahres 2019 sei gut, und die Entwicklung in diesem Jahr trotz Corona-Krise zufriedenstellend. GS agri ist bisher nach eigenem Bekunden solide durch die Pandemie gekommen. Allerdings verzichtet das Unternehmen mit dem Stammsitz in Schneiderkrug wegen Covid-19 auf eine ordentliche Generalversammlung für das Geschäftsjahr 2019. Das gab die Genossenschaft, die Mischfutter produziert sowie als Dienstleister für Landwirte und Privatleute fungiert, jetzt bekannt.
Für Kunden da
Die aktuelle Lage sowie Vorschriften der Landesregierung hätten dazu geführt, dass Vorstand und Aufsichtsrat beschlossen hätten, in diesem Jahr keine Generalversammlung durchzuführen. Ansonsten gelte für das systemrelevante Unternehmen: Es habe auf die neuen Herausforderungen reagiert und sei auch während der Corona-Krise an der Seite seiner Mitglieder und Kunden.
„Das Jahr 2019 konnte die GS agri eG mit einem guten Ergebnis abschließen“, fasst Geschäftsführer Cord Schiplage zusammen. Der Umsatz sei mit 354 Millionen Euro leicht rückläufig. Dies sei auf einen geringeren Mengenumschlag der Rohware und bei Düngemitteln zurückzuführen.
Warenrückvergütung
Der Rohertrag konnte jedoch deutlich gesteigert werden. Dadurch wurde ein um 0,6 Millionen Euro besseres Betriebsergebnis erwirtschaftet. Der Jahresüberschuss bewegt sich mit 1,378 Millionen Euro leicht über dem des Vorjahres. Und so verkündete Finanzvorstand Engelbert Klövekorn den Mitgliedern am Montag schriftlich: „Aufgrund des guten Betriebsergebnisses in 2019 wird eine Warenrückvergütung in Höhe von 1,2 Prozent auf den Bezugsumsatz ausgeschüttet.“
Mit der Entwicklung im Jahr 2020 zeigt sich die GS agri eG bislang zufrieden. Der Mengenumschlag insbesondere im Futtermittelbereich habe gesteigert werden können, und auch alle anderen Bereiche seien in Bezug auf Umsatz und Ertrag auf Kurs.
Mit Übernahme dreier Baustoffstandorte im Emsland habe das positive Ergebnis im Baustoffgeschäft weiter gestärkt werden können. Außerordentlich positiv verlaufe die Entwicklung des Biosegments.
Der Bereich Agrar (Saatgut, Düngemittel, Pflanzenschutz) befinde sich nicht nur aufgrund der wiederholten Trockenperioden in den vergangenen Jahren in einem schwierigen Umfeld. Hier würden strukturelle Anpassungen in der Zukunft unvermeidbar sein. Insgesamt erwarte die GS agri eG ein Betriebsergebnis etwa auf Vorjahresniveau.
Bedingungen ändern sich
Das Jahr 2019 habe sich ab der Jahresmitte insbesondere für die Schweinehalter positiv entwickelt. Gute Erzeugerpreise bis Mitte 2019 ließen sowohl Ferkelerzeuger als auch Schweinemäster wirtschaftlich durchatmen. Die Ernte 2019 fiel trockenheitsbedingt unterdurchschnittlich aus, und insbesondere Futterbaubetriebe hatten bis zur Maisernte mit einer sehr angespannten Grundfuttersituation zu kämpfen. Gedämpft wurde der Aufschwung für Schweinehalter 2020 durch die Corona-Krise und durch das Einschleppen der Afrikanischen Schweinepest.
An der Stärkung der operativen Leistungsfähigkeit hätten die Mitarbeiter der GS agri eG in den Jahren 2019/2020 mit großer Kraft gearbeitet. So wurde der neue Standort Melchiorshausen bei Bremen bezogen. Neben dem Neubau in Friesoythe und der geplanten Wiederinbetriebnahme des Bahnanschlusses in Garrel seien die Übernahme der emsländischen Baustoffstandorte der Agravis und die Umstrukturierung des Viehgeschäfts wichtige Maßnahmen für die Zukunft.
