Ahlhorn - Kräftezehrend, mit vielen Überstunden verbunden und überdies noch schlecht bezahlt: So werden Jobs im Pflegebereich häufig beschrieben. Doch davon haben sich Mandy Geiger (20), Imke Stolle (25) und Maik Steller (21) nicht abschrecken lassen und eine Ausbildung zu examinierten Altenpflegern begonnen. Und sie haben ihre Entscheidung nicht bereut, wie die drei übereinstimmend sagen. Denn so schlecht wie sein Image sei der Beruf nicht, ganz im Gegenteil.
„Es ist einfach schön, Menschen helfen zu können und täglich diese Dankbarkeit zu erfahren“, sagt Mandy Geiger, die nach ihrem Realschulabschluss und einem Praktikum im Altenheim ihre Ausbildung im Fritz-Höckner-Haus der AWO in Ahlhorn begonnen hat. Und Imke Stolle, die nach ihrer abgeschlossenen Ausbildung zur Pharmazeutisch-technischen Assistentin (PTA) im gleichen Haus ebenfalls eine dreijährige Ausbildung zur examinierten Altenpflegerin durchläuft, sagt: „Mir hat es nicht mehr gereicht, nur Medikamente auszuliefern. Ich wollte mit denjenigen, die täglich Medizin und Unterstützung brauchen, direkt in Kontakt kommen.“
Eigentlich Tierpfleger werden wollte zunächst Maik Steller, der dritte von insgesamt vier Auszubildenden im Höckner-Haus. Da seine Großmutter jedoch zum Pflegefall geworden sei und er bei der Pflege mitgeholfen habe, habe er umgeschwenkt. Nun arbeitet Maik Steller also im Altenheim und ist froh über seinen Entschluss. Einen Job am Fließband indes kann der 21-Jährige sich nach eigenen Worten nicht vorstellen.
Aber Maschinen sind nicht launig und auch nicht ungerecht – so wie sicher so mancher Bewohner im Altenheim. „Das stimmt“, wirft Mandy Geiger bei diesem Einwand spontan ein, schiebt aber sogleich hinterher: „Wenn es zu aggressivem Verhalten oder Ungerechtigkeiten kommt, dürfen wir das nicht persönlich nehmen. Meist steckt ein Krankheitsbild dahinter, das ganz viele Facetten hat.“
„Eine wichtige Voraussetzung für diesen Beruf ist, über den eigenen Schatten springen zu können“, erläutert Heimleiter Stefan Westerholt, der zugleich auf die Entwicklungs-Perspektiven nach der Ausbildung hinweist. Auch im Pflegebereich sei eine berufliche Karriere über die Wohnbereichs- und Pflegedienstleitung bis hin zur Einrichtungsleitung möglich. Auch die Verdienstmöglichkeiten seien gut (siehe Kasten).
