SCHöNEMOOR/GANDERKESEE - Ungleiche Verhältnisse am Tag des offenen Denkmals: Während in Ganderkesee dank Herbstmarkt und geöffneter Geschäfte genügend Publikum in Reichweite war, das dann auch den Weg in die offene St. Cyprian- und Corneliuskirche fand, lief es in der St. Katharinen-Kirche in Schönemoor weitaus ruhiger. Nur vereinzelt kamen Passanten, die sich von den Kirchenältesten Ina Struß, Wolfgang Witte und Heiko Bendix durch das fast 700 Jahre alte Gotteshaus führen ließen.
Richtig voll wurde es dann aber am späten Nachmittag, als die Kantorei St. Katharinen unter Leitung von Ralf Mühlbrandt erstmals seit Weihnachten 2007 wieder zu einem Chorkonzert in der Kirche auftrat. Die Barbershop-Gruppe „The Fog-Horns“ ergänzte das Programm mit munterem Gesang.
Seit vielen Jahren macht die Gemeinde St. Katharinen beim Tag des Denkmals mit. Der Charme der kleinen Dorfkirche nehme jedes Mal die Besucher gefangen, beschreibt Ina Struß die Wirkung des alten Backstein-Gemäuers. Viele empfinden es wohl ähnlich wie die Kirchenälteste selbst: „Für mich ist es immer, als ob ich meine gute Stube betrete“.
An verschiedenen Stellen ging’s hoch hinaus. Viele Kaufleute boten Spiele und andere Aktionen an.
Von Hergen Schelling
Ganderkesee Bei 42 Metern wurde es Katrin Keltsch dann doch etwas mulmig: „Ich stelle jetzt mal offiziell den Antrag, wieder runterzufahren“, ermahnte die Ganderkeseerin Ulfert Wiards. Der Mitarbeiter der Delmenhorster Firma Buchtmann, der Katrin Keltsch mit Familie und Freunden so weit nach oben gebracht hatte, schmunzelte – die Bitte hörte er schließlich nicht zum ersten Mal an diesem Herbstmarkt-Sonntag.
Nahezu pausenlos war die Buchtmann’sche Hebebühne auf der Kreuzung Bergedorfer Straße/Mühlenstraße beim verkaufsoffenen Sonntag in Bewegung. Viele Passanten trauten sich, fast alle zeigten oben aber auch gehörigen Respekt: Während der Korb am Ende des ausfahrbaren Krans leicht hin und her schwang, wirkten die Bummelnden unten auf der Rathausstraße klein wie Ameisen – selbst auf die Kirchturmuhr sahen die Fahrgäste der Hebebühne noch von oben herab.
Hoch hinaus ging’s beim verkaufsoffenen Sonntag anlässlich des Herbstmarktes aber nicht nur bei der Kirche. Am anderen Ende der Festmeile, an der Wittekindstraße, konnten die Besucher beim Kistenklettern des Roten Kreuzes aus eigener Kraft an Höhe gewinnen – 19 übereinandergestapelte Kisten waren bis 16 Uhr der Rekord, berichteten Michael Pleus und Sascha Brockmeyer vom DRK-Ortsverband.
Aber auch am Erdboden war viel zu erleben: ob beim „Vier gewinnt“-Spielen mit Gernot Ganter vor der NWZ oder bei Raumausstatter Holger Lüdeke, der an einem alten Sofa seine Polstererfertigkeiten demonstrierte. Auf Markt- und Kirchplatz präsentierten die Autohäuser Wührdemann und Hoppe ihre aktuellen Modelle, beim Bahnhof informierte der Bürgerbusverein über seine neue Route, und vor der Jeans-Scheune konnten am „einarmigen Banditen“ Kleidungs-Gutscheine gewonnen werden – nur eine kleine Auswahl der vielfältigen Aktivitäten. Renate Drieling, Sprecherin der Geschäfte im Ortskern, zeigte sich den auch bestens gelaunt: „Es läuft wieder sehr gut!“ S.35
