SCHöNEMOOR - Konspirative Treffen, Drohung mit dem Rechtsanwalt, Beschimpfungen, Vorwürfe ohne Ende. – Im Vorstand des Orts- und Verkehrsvereins Schönemoor wurde in jüngster Zeit mit harten Bandagen gekämpft. Bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung am Dienstagabend im Dorfkrug scheiterte Wahlleiter Jörg Noster mit seinem Versuch, doch noch zu kitten. Zu viel Porzellan war schon zerschlagen.

Wie am Mittwoch auf der Titelseite berichtet, hatte Vorsitzender Harm Ehlers an jenem Abend die Vertrauensfrage gestellt. 90 von 119 Stimmberechtigten stützten ihn. Daraufhin seien vier von sechs Vorstands- und neun von zwölf Beiratsmitgliedern zurückgetreten, hieß es am Mittwoch in einer von der bisherigen stellvertretenden Vorsitzenden Margrit Gremlowski übermittelten Presseerklärung. Sie alle würden aus dem Verein austreten.

„Ständige Alleingänge“

Der Rücktritt „hat sehr viele Gründe“, heißt es darin weiter. „Erwähnen möchten wir die ständigen Alleingänge des Vorsitzenden, nicht im Vorstand abgestimmte Presseinfos, persönliche Angriffe gegenüber anderen Vorstandsmitgliedern, eigene auf Gewinn durchgeführte Veranstaltungen sowie die Unterstützung einer gewerblichen Veranstaltung anlässlich der 800-Jahr-Feier, die nicht im Interesse der Vereins war.“

Ehlers selbst konterte. Da werde großenteils „Kleinkram“ moniert. Er sehe es nicht als eigenmächtig an, wenn beispielsweise die Bürgermeisterin sich für eine Sprechstunde vor der Jahreshauptversammlung anmelde und er ihr grünes Licht gebe. Später habe der Vorstand erklärt, man wolle die Sprechstunde nicht, woraufhin er Alice Gerken-Klaas wieder ausgeladen habe.


Ehlers räumte Fehler ein. Von der Unterstützung der gewerblichen Veranstaltung während der 800-Jahr-Feier „hätte ich Abstand nehmen sollen“.

Die Ex-Vorstandsmitglieder begründeten ihre Aufforderung, Ehlers möge sein Amt niederlegen, auch mit „schwerwiegenden Vorfällen“ im privaten Umfeld des Vorsitzenden. Ehlers selbst hingegen forderte, Privates und Posten zu trennen.

„Einer gegen alle“

Im Vorstand habe es seit Jahren Reibereien gegeben, berichtete Margrit Gremlowski. Harm Ehlers „muss lernen, mehr Teamfähigkeit aufzubauen. Die hat er überhaupt nicht.“ Die Arbeit im Vorstand sei nicht ein harmonisches Miteinander, sondern ein Gegeneinander gewesen, nach der Devise „einer gegen alle“.

Ehlers selbst sagte, dass seines Erachtens die Zusammenarbeit im Vorstand seit etwa einem halben Jahr nicht mehr klappe. Am 3. August hätten drei Mitglieder des sechsköpfigen geschäftsführenden Vorstandes (bei zwei Enthaltungen und einem Nein) ihm das Vertrauen entzogen. Weil er aber nicht vom Vorstand, sondern von den Mitgliedern gewählt wurde, habe er dann bei der Mitgliederversammlung die Vertrauensfrage gestellt.