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Bären-Triathlon findet doch statt
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Aktualisiert vor 4 Minuten.

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Bären-Triathlon findet doch statt

NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Schöner Schein und harter Umbruch

04.03.2017

Genf /Emden Sportwagen, Eleganz, Luxus – in Genf kamen bisher immer die schöngeistigen Autoliebhaber auf ihre Kosten. Auch diesmal werden die Hersteller in der kommenden Woche (9. bis 19. März) wieder versuchen, mit elegantem Design zu punkten. Die Franzosen von Renault etwa wollen ihrer Sportwagenmarke Al­pine wieder Leben einhauchen und lüften dazu den Schleier über einer neuen Version des französischen Kult-Sportcoupés A110. Volkswagen kommt mit dem Nachfolger des CC – dem Arteon – einem Mix aus Coupé und Limousine. Gefertigt wird er im VW-Werk in Emden.

Diesmal dürfte die Eleganz aber vom harten Ringen um die künftige Ausrichtung der Branche in Europa überschattet werden. Denn die steht nicht nur wegen der geplanten Übernahme von Opel durch PSA Peugeot Citroën am Scheideweg. Den meist deutschen Oberklasseherstellern geht es zwar nach wie vor blendend – Daimler, BMW und Audi fahren von kleineren Schlaglöchern abgesehen weiter satte Gewinne ein. Aber im Segment darunter knirscht es.

Noch lebt der europäische Markt vom Aufschwung der Jahre nach der Finanz- und Wirtschaftskrise. Aber Experten rechnen mit einem abflauenden Wachstum – kein Wunder, markierte 2016 doch mit 14,6 Millionen neu zugelassenen Pkw den besten Wert seit neun Jahren. 2017, schätzt der europäische Herstellerverband Acea, dürfte das Plus nur noch ein Prozent betragen (Vorjahr: fast sieben Prozent).

Das könnte einige Volumenhersteller in Bedrängnis bringen, denn paradiesisch ist die Rendite bei vielen auch derzeit nicht. Die Volkswagen-Kernmarke VW hat etwa den Abbau von Zehntausenden Arbeitsplätzen verkündet, um die jahrelange Gewinnschwäche abzuschütteln.

Die geplante Opel-Übernahme durch die Franzosen von PSA steht beispielhaft für die Lage. Die Amerikaner von General Motors würden ihr chronisch defizitäres Europageschäft gern loswerden, und PSA-Chef Carlos Tavares dürfte mit Zusammenlegungen den Leerlauf in vielen Werkshallen ausmerzen. Tavares gilt nicht gerade als zimperlich, wenn es um Rendite geht. Um Peugeot wieder fit zu machen, musste etwa ein Werk nördlich von Paris die Tore schließen, Tausende verloren ihren Job. Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer rechnet damit, dass die seiner Rechnung nach teuren deutschen Opel-Werke besonders gefährdet wären.

Indes spielt der Anteil von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben in Genf weiter eine untergeordnete Rolle. Weniger als 70 von 900 präsentierten Modellen erfüllen auch die in der EU ab 2021 für Neufahrzeuge vorgeschriebene Ausstoßgrenze von 95 Gramm Kohlendioxid pro gefahrenem Kilometer.

Und je nachdem, wie hart der Austritt Großbritanniens aus der EU wird, desto stärker müssen Autobauer darüber nachdenken, wo sie für welchen Markt in Europa produzieren. BMW prüft einem unbestätigten „Handelsblatt“-Bericht zufolge, ob der künftige Elektro-Mini nicht in Deutschland gebaut werden soll. Opel will in Genf indes den neuen Kompakt-SUV Crossland X zeigen – ein gemeinsames Projekt der seit 2012 bestehenden Zusammenarbeit mit PSA.

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