Wolfsburg - VW klebt in den USA weiter das Pech an den Hacken: Der deutsche Autohersteller muss wegen Brandgefahr mitten im Abgas-Skandal einen weiteren Rückruf in die Wege leiten, wie die US-Verkehrsaufsicht NHTSA am Freitag mitteilte. Dabei geht es um 91 000 US-Passats mit TDI-Dieselmotoren, also dem Antrieb, der auch im Zentrum der Affäre um manipulierte Emissionstests steht.

Bei bestimmten Modellen der Baujahre 2012 bis 2014 könne es aufgrund von mangelhaften Dichtungsdrähten zu elektrischen Kurzschlüssen und Überhitzung kommen, hieß es. Durch den Defekt bestehe erhöhte Feuergefahr.

VW muss in den USA ohnehin Hunderttausende Diesel umrüsten, weil der Konzern eine illegale Software zum Austricksen von Abgas-Tests in den Fahrzeugen installiert hat. Bislang konnte sich VW aber nicht mit der US-Umweltbehörde EPA auf eine Lösung einigen.

Auch bei den Verkäufen muss VW weiter Federn lassen. Der US-Absatz der Marke mit dem VW-Logo schrumpfte im März auf 26 914 verkaufte Autos – 10,4 Prozent weniger als im Vorjahr.

In Deutschland forderten Verbraucherschützer und der ADAC von Verkehrsminister Alexander Dobrindt, auf VW einzuwirken. Die betroffenen Fahrer von VW-Dieselfahrzeugen müssten endlich die Sicherheit haben, dass ihnen wegen des Software-Betruges keinen finanziellen Nachteile entstehen wie etwa Wertverlust bei den Wagen. Notfalls müsse eben der Konzern zusichern, einzuspringen, fordern Automobilclub und Verbraucherzentrale Bundesverband.