SCHORTENS - Kommando zurück: Die Stadt Schortens will die Verfügung des Landes Niedersachsen, die die weitere Bauleitplanung für die Media-Markt-Ansiedlung in Roffhausen untersagt hatte (die NWZ berichtete), nun doch nicht klaglos hinnehmen. Das Münchner Anwaltsbüro der Dibag Industriebau AG, die u.a. Eigentümerin des TCN-Geländes in Roffhausen und des geplatzten Media-Markt Standorts in Roffhausen ist, hat am Mittwoch im Auftrag der Stadt Schortens Rechtsmittel gegen den Bescheid aus Hannover eingelegt.
Den Beschluss, nun doch zu klagen, habe der Schortenser Verwaltungsausschuss am Dienstag nach Gesprächen mit Dibag-Vorsitzenden Alfons Doblinger (München) und dessen Rechtsabteilung getroffen, erklärte Bürgermeister Gerhard Böhling. Zwar hat sich das Thema Media-Markt für Schortens wohl erledigt, weil das Unternehmen Media-Saturn ein langwieriges Verfahren nicht mehr abwarten wolle. Schortens sei aber nicht bereit, sich die Planungshoheit für seine künftige wirtschaftliche Entwicklung aus der Hand nehmen zu lassen. Mit der Klage will Schortens Klarheit für künftige Investoren schaffen.
„Wir wollen uns langfristig nichts verbauen und geklärt haben, ob die Argumentation des Landes rechtens ist“, sagte Mehrheitsgruppensprecher Ralf Thiesing. Er verweist dabei auf Gewerbe- und Industrieansiedlungen an vielen anderen Standorten des Landes, bei denen auf die Region und nicht auf Stadtgrenzen geschaut wurde. Das Verhältnis zur Nachbarstadt Wilhelmshaven, die Media-Markt verhindert hatte, sei gestört. Nicht nur Schortens, auch die anderen Kommunen in Friesland müssten für die Groß-Projekte in Wilhelmshaven viele Lasten tragen, so Thiesing. Die Wilhelmshavener gönnten ihren Nachbarn dagegen nichts.
Auch SPD-Fraktionsvorsitzender Peter Torkler sieht die Klage als Prophylaxe für mögliche Entwicklungen an diesem Standort in den nächsten Jahren. Es könne nicht sein, dass sich eine Kommune nicht weiterentwickeln dürfe. CDU-Fraktionsvorsitzender Axel Homfeldt und Janto Just (BfB) machten ebenfalls deutlich, dass es in der Entwicklung der Region kein Platz für kommunale Eifersüchteleien geben dürfe.
