SCHORTENS - Die Betreiber des Fachmarktzentrums in Schortens setzen darauf, dass ihnen nach der „Kapitulation“ von Bau-Spezi übergangslos ein Wechsel des Baumarkt-Anbieters gelingen wird. Es gebe namhafte Interessenten, die die Fläche übernehmen wollen, erklärten am Montag Andreas Marx und Jochen Breuer als Investoren des Ende 2009 eröffneten Fachmarktzentrums an der B 210. Einige stellten Bedingungen etwa nach einem zusätzlichen Frequenzbringer, andere drücken nun den Mietpreis bis an die Schmerzgrenze.
Die Investoren wiesen zugleich Vorwürfe aus der Schortenser Politik zurück, sie würden sie mit ihrem Drängen, im Fachmarktzentrum künftig einen Lebensmittelmarkt zuzulassen, „erpressen“. „Wir haben die Politik um Hilfe gebeten, weil wir dringend einen täglichen Frequenzbringer brauchen“, sagt Marx. „Wir haben hier zehn Millionen Euro investiert, da werden wir doch noch unsere Sorgen äußern dürfen.“
Breuer zufolge sind keine Mietverträge im Fachmarktzentrum mit der Zusage abgeschlossen worden, dass dort ein Lebensmittelmarkt als täglicher Frequenzbringer eröffnen würde. Auch dies war den Investoren von Ratsvertretern vorgehalten worden. Der Lebensmittelmarkt sei ein großer Wunsch, sagte Marx. Alternativ könne man sich dort auch einen namhaften Elektro-Markt vorstellen. Verhandlungen mit Media Markt waren weit fortgeschritten, als der Elektromarkt dann doch einen Rückzieher machte.
Wie berichtet, will das Bau- und Gartencenter Bau-Spezi spätestens Ende April schließen. „Das Konzept des Unternehmens ging in Schortens nicht auf“, so Marx und Breuer. Beide räumten zudem ein, mit der Sortimentsgestaltung des bisherigen Baumarktes nicht zufrieden gewesen zu sein: „Da fand sich vieles, was dort eigentlich nicht hingehört.“ Ob der Baumarkt besser funktioniert hätte, wenn es nebenan einen Discounter gegeben hätte, bleibt Spekulation.
Schon im vorigen Jahr hatten die Investoren herauszufinden versucht, ob im Fachmarktzentrum ein Lebensmittelmarkt gewünscht sei und entsprechende Listen in den Läden ausgelegt. Breuer zufolge haben rund 1000 Bürger unterschrieben.
Mehr Klarheit über den richtig verteilten Branchenmix in der Stadt soll ein Einzelhandelsgutachten bringen, das die Stadt vor einigen Wochen bei der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) in Auftrag gegeben hat. Bürgermeister Gerhard Böhling stellte klar, dass der Stadt sehr wohl dran gelegen sei, dass das Fachmarktzentrum ein Erfolg wird und dass sich dort dauerhaft ein Baumarkt etablieren kann. Böhling machte aber auch deutlich, dass viel Geld in die Innenstadt investiert worden sei. Die positive Entwicklung im Ortskern wolle man nicht leichtfertig aufs Spiel setzen. Böhling hofft, dass das Gutachten schneller als geplant vorliege. Es soll Grundlage für weitere Diskussionen sein.
