SCHORTENS - Caren Marks informier-te (werdende) Mütter und Väter über das Elterngeld. Mancher bezweifelt, dass sich damit Familie und Beruf besser vereinbaren lassen.

Von Oliver Braun

SCHORTENS - „Ein Zusammenspiel aus Zeit für die Betreuung, unterstützender familiärer Infrastruktur und nicht zuletzt auch Geld trägt dazu bei, dass aus dem Kinderwunsch junger Paare wieder mehr Kinderwirklichkeit wird“, sagt Caren Marks. Die Politikerin aus der Nähe Hannovers ist stellvertretende Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, und das mit Beginn 2007 eingeführte Elterngeld ist auch „ein bisschen ihr Kind“.

Auf Einladung der Gleichstellungsbeauftragten Friesland-Nord – Doris Fuhlbohm (Schortens), Claudia Rabenstein (Wangerland) sowie Yvonne Loers (Jever) – informierte und diskutierte die Bundespolitikerin jetzt mit etlichen jungen und werdenden Eltern, mit Alleinerziehenden und Vertretern von Verbänden im Schortenser Bürgerhaus darüber, „ob sich der Arbeitsplatz Familie lohnt“, ob das Elterngeld „Armutsrisiko oder Geldsegen“ ist und welche Chancen es Müttern und Vätern bietet.

Caren Marks erinnert daran, das Elterngeld nicht isoliert zu sehen. Es sei zwar tragende Säule der finanziellen Absicherung junger Familien, aber dennoch nur Teil der Bemühungen, Familienplanung und berufliches Weiterkommen besser unter einen Hut zu bekommen. Viele Familien seien heute auf ein zweites Einkommen und entsprechende Betreuungsangebote für ihre Kinder angewiesen.

Das Elterngeld von 300 bis zu einem Höchstsatz von 1800 Euro ist ein anteiliger Einkommensausgleich, der es Eltern ermöglichen soll, sich in den ersten Lebensmonaten ihres Kindes die gewünschte Zeit für die Betreuung zu nehmen und dabei nicht in ein finanzielles Loch zu rutschen, erklärte Caren Marks. Besonders für Mütter ermögliche das Elterngeld wirtschaftliche Selbstständigkeit innerhalb der Partnerschaft.


Die Politikerin und zweifache Mutter sieht das Elterngeld allerdings auch als einen höheren Anreiz, nach der Kinderphase schneller als bisher in den Beruf zurückzukehren. Die neue Regelung des Geschwisterbonus’ verstärke diesen Anreiz: „Zu Hause schlummert viel Potenzial“, sagte Marks, „wir sollten auf diese qualifizierten Kräfte für den Arbeitsmarkt nicht verzichten.“

Auch Alleinerziehende profitierten laut Marks vom Elterngeld, weil es ihnen wirtschaftliche Eigenständigkeit bei einer Erwerbsunterbrechung sichere. Durch die Partnermonate würden zudem auch Vätern mehr Möglichkeiten geboten, sich partnerschaftlich an der Kinderbetreuung zu beteiligen, sagt Marks.

Dass das Elterngeld in der Theorie ein gutes Instrument, in der Praxis aber noch mit viel Skepsis behaftet ist, machte die Diskussion deutlich. Manche haben die Erfahrung gemacht, dass die Rückkehr in den Beruf nach der Kinderpause tatsächlich immer noch sehr schwer sei. Andere haben Zweifel, ob der Berechnungsmodus gerecht sei.

Mehr Infos www.elterngeld.net