SCHORTENS - Die schlechte Finanzlage der Stadt zwingt die Verwaltung, den Zuschussbedarf für das Freizeitbad Aqua Toll weiter zu reduzieren. Das soll vor allem durch eine energetische Sanierung sowie eine Anhebung der Eintrittsgelder erreicht werden, hieß es jetzt im Ausschuss für Sport, Kultur und Tourismus.
Laut Anja Müller, Allgemeine Vertreterin des Bürgermeisters, seien die Entgelte im Aqua Toll seit Mitte der 1990er Jahre nicht mehr erhöht worden. Ein Erwachsener zahle heute 2,70 Euro für 90 Minuten bzw. fünf Euro für drei Stunden Badespaß. Der Vorschlag der Verwaltung sieht vor, die Tarife auf 3,20 bzw. 6 Euro anzuheben. Die Tarife für Kinder bleiben unverändert. Bei gleichbleibender Besucherzahl ergebe das ein Einnahmeplus von 60 000 Euro.
Hinzu könnte eine Erhöhung der Entgelte für die Vereine kommen. Hier ist eine Steigerung von 26 Prozent im Gespräch. Auch die von der Stadt bezuschussten Baby-Schwimmkurse seien mit 29 Euro viel zu billig. „Andere Anbieter nehmen dafür das Doppelte“, so Anja Müller.
Viel Geld müsse die Stadt auch in die Hand nehmen, um das in den 1970er Jahren gebaute Bad energetisch grundlegend zu sanieren. Allein für die Erneuerung von Heizkessel, sowie Mess- und Regeltechnik hat ein Fachbetrieb rund 180 000 Euro Kosten ermittelt – was allerdings eine jährliche Ersparnis an Energie und Wartungskosten von rund 86 000 Euro ausmachen würde. Allerdings müssten auch Lüftungsanlage, Flachdach, Innendecke und Fassade saniert werden. Geschätzte Kosten: eine Million Euro.
Sowohl Mike Schauderna (Linke) als auch Peter Eggerichs (SPD) rieten von einer Erhöhung der Eintrittsgelder dringend ab. Das sei bei unverändertem Angebot und geringeren Energiekosten nicht zu vermitteln, so Eggerichs. Es müsse vielmehr gelingen, das Bad besser auszulasten.
Das dürfte allerdings immer schwieriger werden: Nachdem in Wilhelmshaven das Nautimo eröffnet hatte und dem Aqua Toll Besucher abjagt, ist nun auch in Aurich ein neues Wohlfühlbad im Bau. Somit könnten dem Aqua Toll bald auch viele Badegäste aus Ostfriesland verloren gehen. Die Nische, die Schortens finden muss, wird immer kleiner. Janto Just forderte, das Bad auch montags für die Besucher zu öffnen.
Die Verwaltung soll nun erst einmal prüfen, inwieweit Erdwärme und Photovoltaik für das Bad genutzt werden können und inwieweit das Bad auch montags besser ausgelastet werden kann.
