Schortens/Friesland - Gerade im Nordwesten, wo die Infrastruktur des öffentlichen Nahverkehrs ohnehin schon eher dünn ist, sind die massiven Zugausfälle, von denen Fahrgäste massiv im vergangenen Jahr betroffen waren, überhaupt nicht hinzunehmen. Das machte der Vorsitzende des Fahrgastverbands ProBahn, Hans-Joachim Zschiesche, bei der Hauptversammlung in Schortens deutlich. Erst nach der zweiten Abmahnung an die Nordwest-Bahn habe sich der Zustand momentan gebessert. Allerdings sei gerade vor wenigen Tagen erst wieder eine Zugverbindung zwischen Wilhelmshaven und Bremen komplett ausgefallen.
Eine der Ursachen für diese Misere sei ein neuer Tarifvertrag gewesen, der den Beschäftigten die Wahl gelassen habe zwischen mehr Geld oder fünf Tagen mehr Urlaub. Das habe er in Hintergrundgesprächen herausgefunden. Die Beschäftigten hätten zu 90 Prozent mehr Urlaub gewählt. Dadurch sei die Personalknappheit entstanden. Das könne aber so nicht hingenommen werden. Dann müssten eben mit Fremdpersonal die Lücken aufgefüllt werden, forderte Zschiesche.
Positives konnte der Regionaverbandsvorsitzende von ProBahn zu den Gesprächen mit dem Verkehrsverbund Ems-Jade (VEJ) berichten. Der VEJ ist der Zusammenschluss der Busunternehmen in den Landkreisen Leer, Aurich, Wittmund und Friesland sowie der kreisfreien Städte Wilhelmshaven und Emden. Dort haben die Kommunen Druck gemacht für eine bessere Nahverkehrsplanung. So waren in den Plänen die wesentlichen Wünsche von ProBahn schon eingearbeitet. Die Buslinien werden besser an den Bahnverkehr angepasst. In Wilhelmshaven fahren alle Buslinien künftig auch zwischen 20 und 24 Uhr. Auch die Verbesserung der Haltestellen ist ins Auge gefasst.
Seit Jahren ein Thema: Der von ProBahn geforderte Ausbau des Mittelbahnsteigs im Bahnhof Sande ist in den Bauarbeiten auf der Strecke Wilhelmshaven-Oldenburg nicht vorgesehen. Man könne das nachrüsten, so die Auskunft der Bahn.
