SCHORTENS - SCHORTENS - „Wir behandeln keine Krankheiten, sondern Menschen. Jeder benötigt eine individuelle Therapie“, ist die Heilpraktikerin Heidrun Peters aus Jever überzeugt. Daher waren ihr die Besuchermassen, die sich gestern Nachmittag durch das Schortenser Bürgerhaus drängelten, auch eigentlich gar nicht so lieb – hatte sie doch so nur wenig Zeit, um jeden Interessenten an ihrem Stand ausführlich zu beraten. Aber das enorme Interesse am zweiten Schortenser Heilpraktikertag, den sie gemeinsam mit 13 Kollegen aus der Umgebung organisiert hatte, freute sie natürlich trotzdem ungemein.

Von 11 bis 17 Uhr konnten sich Besucher an Infoständen über das ganze Spektrum der Naturheilkunde informieren – Homöopathie, Akupunktur, Chiropraktik, Fußreflexzonenmassage, alternative Arzneimittel, Ernährungsberatung, Darmsanierung, Psychotherapie, Cluster-Analyse, und, und, und. Neben Heilpraktikern stellten auch eine Krankenversicherung, eine Buchhandlung, eine Apotheke oder Anbieter von Heilmitteln ihr Angebot vor. Im Obergeschoss boten die Heilpraktiker zusätzlich Vorträge über Therapien für bestimmte Krankheitsbilder und über naturheilkundliche Verfahren an.

„In den Medien steht oft die Schulmedizin im Vordergrund. Mit dem Heilpraktikertag wollen wir die Möglichkeit nutzen, unsere Angebote stärker an die Öffentlichkeit zu bringen“, beschreibt Heidrun Peters das Ziel des Heilpraktikertags. Die Besucher hatten unterschiedliche Interessen: Viele hatten sich noch nie mit Naturheilkunde beschäftigt und nutzten den Tag, um sich ganz allgemein zu informieren.

Andere sind mit einem ganz konkreten Problem ins Bürgerhaus gekommen, wie eine Besucherin aus Jever: „Ich bin selbst krank und möchte sehen, ob es auch andere Möglichkeiten für mich gibt als die Schulmedizin“, sagte sie – zum Beispiel die Einnahme von Schüssler-Salzen, über die sie sich an einem Stand ein Buch gekauft hat. „Das könnte vielleicht ein Weg für mich sein, auf die starken Medikamente zu verzichten.“

Dieter Diekmann aus Schortens ist längst von der Naturheilkunde überzeugt: Er lässt sich einmal im Jahr vom Heilpraktiker durchchecken, geht bei Bedarf aber auch zum „normalen“ Arzt. Beim Heilpraktikertag nutzte er das Angebot an manchen Ständen, gleich an Ort und Stelle kleinere Untersuchungen zu machen. „Ich möchte wissen, ob ich gesund bin. Man kommt ja irgendwann in ein Alter, wo man darauf aufpassen muss.“


Auf sich selbst aufpassen und acht geben – das ist auch für Heidrun Peters der Schlüssel zum dauerhaften Gesundbleiben. „Bei naturheilkundlichen Therapien muss der Patient aktiv werden und bereit sein, etwas zu verändern“, sagt sie. Oft seien psychische Faktoren die Ursache für Störungen. „Daher muss man sich mit sich selbst auseinander setzen. Die Aufgabe des Therapeuten ist es, dabei Hilfestellung zu leisten.“