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Jade-Weser-Port „Wichtiges Rad im Hafenbetrieb“ Tor für die ganze Welt

SCHORTENS - Den Anstoß gab im September 2009 eine E-Mail aus dem Ministerium. Ob das in Roffhausen ansässige Veterinäramt Jade-Weser denn eine Grenzkontrollstelle im neuen Jade-Weser-Port betreiben könne, wurde gefragt und gleich angedeutet, dass auch über Alternativen nachgedacht wird.

Grund genug für den Chef der Behörde, Dr. Norbert Heising, die Initiative zu ergreifen. „Eine Kontrollstelle ohne uns kam nicht in Frage“, sagte er am Dienstag bei der Eröffnung der Hafenbehörde, die sich nach vielen Gesprächen und intensiven Planungen zu einem ganzen Kontrollzentrum entwickelt hat.

Die Zusammenarbeit von Veterinäramt, Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, Landwirtschaftskammer und Landesamt für Verbraucherschutz unter einem Dach sei sinnvoll, aber keinesfalls selbstverständlich, betonten alle Redner. Dass die Kontrollstelle auch noch in Kooperation mit der Wirtschaft eingerichtet wurde, sei besonders hervorzuheben: Sie ist im neuen Hafenterminal des Schortenser Logistikers Nordfrost untergebracht. „Wir erhoffen uns davon kurze Wege und schnelle Entscheidungen“, sagte Nordfrost-Chef Horst Bartels.

Laderampen und Labors

Hauptmieter in dem Funktionsbau mit Laderampen für Lkw, Labors und Büros ist das Veterinäramt Jade-Weser, das das Projekt auch federführend geplant hat. Dafür gab es am Dienstag von allen Seiten Lob und Anerkennung.

Das Kontrollzentrum, das pflanzliche und tierische Produkte für den Import in die gesamte Europäische Union abfertigt, befinde sich im Zentrum eines Welthafens, betonte der Staatssekretär im Niedersächsischen Verbraucherschutzministerium, Friedrich-Otto Ripke. Im Sinne des Verbraucherschutzes müssten die Behörden schnell reagieren können.


Auf die hohe Flexibilität verwies auch der Präsident des Landesamts für Verbraucherschutz, Professor Dr. Eberhard Haunhorst: „Der globale Handel richtet sich nicht nach den Bürozeiten des Öffentlichen Dienstes“. Insofern sei es wichtig, dass es nicht nur ein Nebeneinander der für die Kontrollen zuständigen Behörden, sondern auch ein Miteinander gibt.

Der Direktor der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Hans-Joachim Harms, bedankte sich für viele gute Tipps aus den Hafenstädten Hamburg und Bremen. Eine eigene Kontrollstelle des Landes habe es seit der Freizügigkeit innerhalb der Europäischen Union nur noch auf dem Flugplatz in Hannover gegeben.

60 Container täglich

Wenn der Hafen unter Volllast läuft, rechnet das Veterinäramt mit bis zu 60 Containern, die täglich abgefertigt werden müssen. In der Kontrollstelle werden Proben gezogen und analysiert, Einfuhrdokumente bearbeitet und Kontrollanfragen koordiniert.

„Mit dem Kontrollzentrum haben wir heute ein wichtiges Rad im Betrieb des Hafens zum Laufen gebracht“, sagte Wilhelmshavens Oberbürgermeister Andreas Wagner. Veterinäramtschef Heising formuliert es noch selbstbewusster: „Ohne uns kann der Hafen nicht arbeiten.“

NWZ

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Das von den Kreisen Friesland, Wittmund und Wesermarsch sowie der Stadt Wilhelmshaven getragene Veterinäramt Jade-Weser gilt als Vorzeigeprojekt der interkommunalen Zusammenarbeit. Mit dem Aufbau des Kontrollzentrums im Jade-Weser-Port unterstreicht es diesen Ruf. Ein Kreisveterinäramt alleine wäre wohl kaum in der Lage gewesen, dieses Projekt zu stemmen.

Die Region – bislang oft als Ende der Welt belächelt – wird mit dem Hafen zum Tor für die ganze Welt. Obst aus China, Fleisch aus Südamerika, Getreide aus Russland – wenn Lebensmittel wie diese künftig per Schiff über Wilhelmshaven nach Europa eingeführt werden sollen, ist immer auch Fachkompetenz des Veterinäramts und seiner Partner gefragt.

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schoenborn@infoautor.de

Ulrich Schönborn
Ulrich Schönborn Chefredaktion (Chefredakteur)
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