Schortens - Nach einigen Wechseln im Schortenser Kehrbezirk 2 will Bezirksschornstein-Fegermeister Maik Anders nun dauerhaft und langfristig Ansprechpartner rund um das Schornsteinfegerhandwerk sein. Der 32-Jährige wurde am 1. Juli zum bevollmächtigten Bezirksschornsteinfegermeister bestellt. Anders übernimmt den Kehrbezirk von Henry Schmeding, der nach nur zwei Jahren aus seinem Kehrbezirk in Schortens nach Großheide wechselte.
Seit 1. Januar 2013 hat das Schornsteinfeger-Handwerksgesetz (SchfHwG) das bisher geltende Schornsteinfegergesetz (SchfG) abgelöst und aus dem Bezirksschornsteinfegermeister wurde „bevollmächtigter Bezirksschornsteinfeger“.
Die neue Rechtslage bedeutet für Haus- und Wohnungseigentümer nicht nur mehr Rechte, sondern vor allem mehr Verantwortung. In jedem Fall bleibt der Bezirksschornsteinfegermeister ausschließlich zuständig für Bauabnahmen, die Kehrbuchführung und natürlich die Betriebs- und Brandsicherheitskontrolle (Feuerstättenschau). Die Weiterbildung zum Energieberater (Hwk) gestattet ihm auch das Ausstellen von Energieausweisen.
„Hoheitliche Aufgaben“
Anders hatte sich auf die Kehrbezirks-Ausschreibung des Landkreises Friesland, die als zuständige Behörde für die Umsetzung verantwortlich ist, beworben und erfüllte erfolgreich das Anforderungsprofil. Der Ostfriese wohnt in Stedesdorf, lernte in Esens und arbeitete danach 13 Jahre im Bereich Hage/Norden als angestellter Schornsteinfeger.
Seit dem 1. August hat er die „hoheitlichen Tätigkeiten“, also die Führung des Kehrbuchs, Bau- und Heizungsabnahmen sowie die Feuerstätten-Schau in einem Teil der Stadt Schortens übernommen. „Diese Tätigkeiten darf nur der zuständige Schornsteinfegermeister ausführen“, erklärt Maik Anders.
Zu seinen zentralen Aufgaben gehören die Gewährleistung der Betriebs- und Brandsicherheit von Feuerungsanlagen und er betrachtet es als eine seiner Aufgaben, das Klima und die Umwelt zu schützen. Dazu gehört die Vermeidung von klimaschädlichen Treibhausgasen wie CO2.
Zwar hat sich in den vergangenen Jahren mit vielen Gesetzen und Erlassen im Bereich des Schornsteinfegerwesens sehr viel Bürokratie entwickelt, aber der Kontakt zu den Kunden gestalte den Beruf attraktiv und abwechslungsreich, sagt Anders. Den will der neue Bezirksschornsteinfeger pflegen und hat von seinem Vorgänger Tobias Conrads einen erfahrenen Mitarbeiter übernommen, der seit 2015 im Kehrbezirk arbeitet.
Zu Anders’ Kehrbezirk in der Stadt Schortens gehören Teile der Ortschaften Grafschaft, Schortens und Heidmühle. Im Süden bilden Plagge- und Oldenburger Straße die Grenze, die im westlichen Bereich vom Klosterweg gebildet wird. Mit seinem jeverschen Kollegen Michael Schröder unterhält Anders in Jever an der Zerbster Straße ein Büro und ist unter Tel. 04971/94 62 32 oder mobil 0160/96 21 14 45 erreichbar.
Mehr Holzöfen
Früher kam der Schornsteinfeger regelmäßig vierteljährlich zum Kehren in die Häuser, erzählt Mitarbeiter Tobias Conrads. Heute gibt es Neubauten mit modernen Gas- und Ölheizungen, die nur noch alle zwei bis drei Jahre überprüft werden müssen. Die Zahl der holzbefeuerten Öfen nimmt wieder zu und wiederholtes Kehren im Jahr ist daher erforderlich. Falsches Heizen mit wenig Luftzugabe und zu feuchtem Holz belastet mit Qualm und Geruch die Nachbarschaft und der sich bildende Glanzruß löst die Schornsteinbrände aus.
