SCHORTENS - „Wir haben eine schöne Stadt, das kann ruhig jeder wissen“, sagt Schortens’ Bürgermeister Gerhard Böhling. Und damit das vor allem auch Außenstehende mitkriegen und die Stadt Schortens viel mehr ins Bewusstsein potenzieller Investoren rückt, soll nun professionelles Stadtmarketing her. Ziel ist die Steigerung der Anziehungskraft von Schortens als Ort zum Leben und Arbeiten, als Einkaufsziel oder auch als Stadt mit vielen Kultur- und Freizeitangeboten.
Die Stadt Schortens soll Markenprodukt werden, Anziehungspunkte wie Aqua Toll, Bürgerhaus und Campingplatz, aber auch Gewerbeflächen und Wirtschaftsförderung offensiver und effizienter vermarktet werden. Soweit sind sich alle einig, die in Schortens am Konzept für ein Stadtmarketing beteiligt sind.
Dass es in der gemeinsamen Sitzung der Ausschüsse für Wirtschaft und Finanzen sowie Sport, Kultur und Tourismus dennoch zu hitzigen Wortgefechten kam, lag weniger am grundsätzlichen Wollen, sondern mehr an den vielen noch ungeklärten Details.
Die Ausstattung der zu gründenden Marketingabteilung mit drei oder vielleicht sogar vier Personen erscheint Utta Schüder von den Grünen und auch Mike Schauderna von der Linken als „überdimensioniert“ und „unverhältnismäßig zur Größe und Bedeutung der Stadt“.
Schüder erneuerte zudem ihre Kritik, die zu gründende Marketing-Abteilung in der kürzlich von der Stadt erworbene Immobilie Rheinstraße 2 in Bürgerhaus-Nähe einzurichten. Das Stadtmarketing gehöre ins Rathaus. Die erworbene Immobilie sei vielmehr idealer Standort, um alle Angebote des Schortenser Familienforums zu bündeln. „So ein Familienzentrum mitten im Ort ist auch allerbestes Stadtmarketing.“
Wo die Stadtmarketing-Abteilung eingerichtet und mit wieviel Personal sie letztlich ausgestattet werden soll, ist noch ebenso offen wie die Rechtsform, unter der die Sache laufen soll. Weitgehend einig sind sich alle Beteiligten, dass ein professioneller Stadtmanager die Sache in die Hand nehmen soll und dabei von Mitarbeitern aus der Verwaltung unterstützt wird. Als Kosten für Personal und Material wurden für dieses Jahr 146 500 Euro veranschlagt
Peter Eggerichs (SPD) monierte, dass statt eines Berichts „schon holterdipolter ein fertiges Konzept vorgestellt“ wurde. Er hinterfragte vor allem die Folgekosten für Personal und Sachausgaben.
Die Mehrheitgruppe würde das Thema Stadtmarketing lieber heute als morgen auf die Schienen setzen: „Wir brauchen ein optimal abgestimmtes und effizientes Miteinander und kein wenig effizientes Nebeneinander verschiedener Einzelkämpfer in der Stadt“, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Axel Homfeldt und plädierte für ein professionelles, vorausschauendes Marketing durch einen Fachmann von außerhalb.
Mehrheitsgruppe auf der einen Seite sowie SPD, Grüne und Linke auf der anderen einigten sich im Ausschuss auf einen Grundsatzbeschluss für ein professionelles Stadtmarketing. Mitte Februar sollen die weiteren Details beraten werden. Ein Ratsbeschluss ist Ende Februar geplant.
