Schortens - Drei Monate lang testet auch das Regionale Umweltzentrum Schortens ein Lastenrad im Rahmen des Projekts „Ich entlaste Städte“ des Deutschen Instituts für Luft- und Raumfahrttechnik (DLR): Auf Wangerooge ist ein solches Projektrad ebenfalls im Einsatz.
„Das RUZ steht für den Umwelt- und Klimaschutz. Also auch für Verkehrsalternativen zum Auto. Doch mangels Transportmöglichkeit wurden materialaufwendige Termine von uns bisher mit einem Kraftfahrzeug angefahren“, sagt Projektmitarbeiterin Insa Pohlenga.
Doch nun soll das Lastenrad auch den Entfernungs-Test absolvieren: Mit dem Transportrad fährt Insa Pohlenga am 26. September erstmals zum Termin außerhalb von Schortens: Zur Grundschule in Hooksiel, knapp 20 Kilometer entfernt.
In der vorderen Transportbox des Rads wird sie dann Utensilien fürs Projekt „EnergiesparKids“ dabei haben.
Im Projekt „Ich entlaste Städte“ werden Firmen und öffentlichen Einrichtungen im gesamten Bundesgebiet für je drei Monate Lastenräder zur Verfügung gestellt. Das Lastenrad-Testangebot läuft bis 2019. Es gibt bundesweit 150 Lastenräder aus fünf Grundtypen mit insgesamt 23 Modellen – das erlaubt ein breites gewerbliches Anwendungsspektrum.
Das Projekt wird wissenschaftlich begleitet. Im Mittelpunkt stehen die Fragen: Wie fällt das Urteil im alltäglichen Arbeitseinsatz aus bzw. was berichten Mitarbeiter? Wo genau liegen in der Lastenradnutzung praktische Vorteile, aber auch Hemmnisse? Bei welchen Transportaufgaben bieten Lastenräder Kostenvorteile? Inwieweit lässt sich durch Lastenräder die Planbarkeit von Sendungen und damit die Zuverlässigkeit verbessern? Stellen Lastenräder einen Baustein für eine ökologische Ausrichtung des Unternehmens/Einrichtung, dar?
Das Institut für Verkehrsforschung im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) versteht sich als Wegbereiter für ein umwelt- und sozialverträgliches Verkehrssystem. Untersucht werden Mobilitäts- und Verkehrsverhalten von Personen in Unternehmen sowie Technologien und Maßnahmen. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau- und Reaktorsicherheit im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative.
Bis zu 80 Kilogramm Zusatzgewicht kann das Lastenrad befördern. Dank E-Motor kann das Rad dem Gegenwind trotzen. So können nächsten Mittwoch Spiele, Handpuppen und Experimentierkoffer die erste Klasse der Grundschule sicher erreichen.
Das RUZ erprobt auf diese Weise die selbst propagierten Mobilitätskonzepte, mit CO2-neutralen und abgasfreien Antrieben. „Die Transporträder müssen zwar an der Steckdose aufgeladen werden, da dies jedoch mit regionalem Ökostrom geschieht, geht das Konzept auf und ist eine gute Ergänzung zum ausbaufähigen Netz der Öffentlichen Verkehrsmittel im Landkreis“, sagt Insa Pohlenga.
Wie häufig das Rad im Arbeitsalltag des RUZ ein Auto ersetzen kann, wird sich zeigen. Bisher kam das Rad schon auf kleineren Touren in Schortens zum Einsatz. Und Geschäftsführerin Ina Rosemeyer ist optimistisch: „Wir haben viele Möglichkeiten, das Lastenrad einzusetzen und suchen schon nach Optionen, ein Lastenrad längerfristig auszuleihen.“
