SCHORTENS - Vor gut zwölf Jahren haben etwa 30 Eltern behinderter Kinder mit Mut, Zuversicht und einer großen Portion Hoffnung in Schortens den Verein „Lebensweisen“ gegründet. Sie sind mit dem gemeinsamen Ziel angetreten, den geistig- oder mehrfachbehinderten Kindern nach der Schulzeit ein ausgefülltes Leben in einer betreuten Gemeinschaft junger Erwachsener zu ermöglichen.
Derzeit tritt der Verein in die entscheidende Phase für sein seit vielen Jahren geplantes Projekt einer sozial-ökologischen Lebensgemeinschaft für 24 behinderte Menschen, die die „Lebensweisen” im Barkeler Busch errichten wollen. „Das wird keine Einrichtung exklusiv für die Mitglieder der Lebensweisen“, sagen Peter Torkler und Peter Finkenstädt vom Vereinsvorstand. Auch wolle man sich im Barkeler Busch keineswegs abkapseln, sondern freue sich auch weiterhin über die hervorragende Zusammenarbeit mit etlichen Vereinen, die mit den Betroffenen viele Freizeitaktivitäten unternähmen. Es entstehe auch keine Konkurrenz zu den beschützenden Werkstätten mit ihrem handwerklichen Angeboten.
Die Lebensweisen haben heute rund 100 Mitglieder, darunter etwa 30 Elternpaare behinderter Kinder und Jugendlicher sowie etliche nicht direkt betroffene Personen, die aber die Idee des Vereins vorantreiben und sich für deren Interessen auch bei den Behörden stark machen.
Die Mitglieder kommen keineswegs nur aus Schortens und Umgebung, sondern auch aus den Kreisen Aurich, Wittmund und Ammerland sowie u.a. aus Emden, Wilhelmshaven und Oldenburg.
Für ihre Jugendgruppen wie „Junge Menschen mit Behinderungen öffnen Türen“, „Mittendrin in Schortens und ganz bei mir“ sowie das gemeinsam mit dem Regionalen Umweltzentrum in Schortens initiierte Projekt „Lieber draußen – mit Äpfeln und Blumen“ sind die Lebensweisen in der Vergangenheit mit vielen Preisen ausgezeichnet worden. Mit ihren Jugendgruppen nehmen die jungen Leute mit Behinderungen auf ganz vielfältige Weise am (Vereins-)Leben gesunder gleichaltriger Menschen teil.
Ob Ferienpass oder Ausflugsfahrten, Frühjahrsputz und Sommerfeste, Bastelaktionen oder kürzlich das Erntekronebinden mit den Schortenser Landfrauen – dank des unkomplizierten und partnerschaftlichen Miteinanders der vielen Vereine sind die „Lebensweisen“ dort mittlerweile vielerorts fröhlich mittendrin.
