Feldhauserdeich - An Informationen haben es nicht gemangelt, ein Verständnis für die Sinnhaftigkeit der Maßnahme sei bei den wohl meisten Teilnehmern aber nicht geweckt, sondern eher weiter in Zweifel gezogen worden, bilanzierte Dieter Brockhoff. Auch der Vorsitzende des „Fördervereins Langwarder Groden – Erhalt unserer Heimat zwischen den Deichen“ kann über das, was derzeit im Langwarder Groden geschieht, nach wie vor nur den Kopf schütteln.

Rund 100 interessierte Bürger waren jetzt der Einladung des Fördervereins zu einer Besichtigung der Baustelle im Langwarder Groden gefolgt. Dort wird derzeit eine ökologische Kompensationsvorhaben für den Bau des Jade-Weser-Ports und für zwei Deichbaumaßnahmen in Cäciliengroden und in Augustgroden umgesetzt. Entwicklungsziel im Groden ist, die Flächen dem Einfluss der natürlichen Tidedynamik auszusetzen und damit die Voraussetzung für die Entwicklung eines naturnahen Salzwiesenkomplexes mit natürlichen Priel­strukturen zu schaffen.

Die Kompensationsmaßnahmen umfassen die teilweise Öffnung das Vordeiches. Zudem sind Veränderungen der Höhenverhältnisse durch flächenhaften Bodenabtrag sowie im Profil des Binnensieles und der Gräben geplant. Durch den Bodenabtrag wird gleichzeitig Klei für die erforderliche Verstärkung des Hauptdeiches gewonnen.

Dass derzeit für den Bodenabtrag zu einer neuen zweiten Pütte ein über 2,5 Kilometer lange Schotterstraße entlang des Sommerdeiches errichtet wird, ist Dieter Brockhoff ein besonderer Dorn im Auge. Das sei bei dem gefundenen Kompromiss nicht vereinbart worden. Derzeit würden täglich zig Lastwagen über die Siel- und Wurthstraße (Kreisstraße 180) in Fedderwardersiel in den Groden fahren.

Unmittelbar vor Saisonbeginn sei dies ein unhaltbarer verkehrlicher Zustand. Zudem komme es zu erheblichen Staubbelästigungen für die Anwohner und die bei ihnen wohnenden Gäste. Dieter Brockhoff befürchtet, dass ein Teil des Schotters später auch wieder abgefahren werden muss.

Die Schotterbaustraße sei eine Folge des Verzichts auf den gänzlichen Rückbau des Sommerdeiches, berichtete Oberbauleiter Jörg Hummels von der Jade-Weser-Port-Realisierungsgesellschaft. Ursprünglich sei geplant gewesen, beim Rückbau des Sommerdeiches dessen sandigen Untergrund als Baustraße zu nutzen.

Für die Schotterstraße, die auf einem Spezialfließ entsteht, werden rund 50 000 Tonnen Schotter von Blexen, wo das Material per Schiff angelandet wird, mit Lastwagen in den Groden transportiert. Der Schotter soll später als Untergrund für den neuen Deichsicherungsweg dienen. Diese außendeichs gelegene Betonstraße wird um zwei Meter höher gelegt und um 1,80 Meter verbreitert.