Jever - Viel über internationale Zusammenarbeit gelernt haben in dieser Woche Schüler aus den Niederlanden und Deutschland, die im Rahmen des Projekts „Cross Border Entrepreneurship“ an den Berufsbildenden Schulen in Jever zusammengearbeitet haben.

Bei dem zweijährigen Comenius-Projekt zwischen dem Alfa College mit Sitz in Groningen und Hoogeveen und der BBS Jever steht das grenzüberschreitende unternehmerische Denken und Handeln, dessen Bedeutung vor dem Hintergrund der zunehmenden wirtschaftlichen Verflechtungen und des internationalen Online-Handels stetig zunimmt, im Fokus.

Bereits im März hatte ein erstes deutsch-niederländisches Treffen in Deutschland stattgefunden, es gab Besichtigungen und Gespräche zum Thema unter anderem mit dem jeverschen Bürgermeister Jan Edo Albers. Die Jugendlichen besuchten regionale Unternehmen, die bereits Geschäftsbeziehungen in die Niederlande unterhalten.

Im Zuge dieser Unternehmungen entwickelte sich das Interesse für den Online-Handel mit seiner Bedeutung, seinen Konsequenzen und Chancen für den lokalen Einzelhandel. Dazu referierte Ulrich Schönborn, Chef vom Dienst bei der Nordwest-Zeitung Oldenburg, zum Abschluss der Projektwoche am Dienstag in der BBS Jever. Die   beschäftigt sich derzeit in der redaktionellen Serie „Kauf hier“ mit den Gefahren für den stationären Handel durch international agierende Online-Riesen. „Wenn nur noch online gekauft wird, dann sterben die Innenstädte, brechen lokale Steuereinnahmen weg und fehlen Sponsoren für die Vereine“, warnte Schönborn. Zudem sei der stationäre Einzelhandel ein Job-Motor im Nordwesten und biete Ausbildungsplätze und Zukunftschancen.

Zuvor hatten die Schüler ein Test-Panel zu den Online-Aktivitäten regionaler Unternehmen durchgeführt. Dazu gehörte unter anderem eine gemeinsame Online-Recherche und die Befragung von Einzelhändlern in Oldenburg in Bezug auf Handel und Internet. „Das Fazit der Untersuchung befindet sich allerdings noch in der Auswertung“, sagte Lehrer Detlef Reuter.


„Für die Schüler ist das Projekt eine ganz wichtige Erfahrung, sie stellen fest, dass eine Zusammenarbeit gut funktioniert und bekommen so ein viel positiveres Bild von Deutschland“, sagt Lehrerin Lucinda Wondel. Denn, so Wondel, viele ihrer Schüler seien Deutschland gegenüber skeptisch: „Das Land ist für viele wenig attraktiv, es zieht sie eher weiter weg“, sagt sie.

Aber: „Die Schüler mit denen wir in Jever und Umgebung waren, wollen unbedingt wieder nach Deutschland“, betont sie. Es habe allen immer sehr gut gefallen.

2015 werden dann deutsche Schüler in den Niederlanden zu Gast sein.