Friesoythe - An verschiedenen Stationen haben am Donnerstag Schüler der metalltechnischen Berufe der BBS Friesoythe am Standort Scheefenkamp gezeigt, was sie in Projekten oder auch in ihren Unternehmen erarbeiten: Die Abteilung Metalltechnik hatte zu einem Tag der offenen Tür eingeladen – als Teil der Projektwoche „Ab in die Mitte – NetzWerkStadt 2.0“.
Metalltechnik-Lehrer Ralf Hucke-van Deest erklärte an einer Station, wie die Schüler hier mittels eines 3-D-Programms die späteren Abläufe am Computer gezeichnet und simuliert haben. Anschließend konnten die Schüler nun Schlüsselanhänger in der Computer-Numeric-Control (CNC) Fräß- oder Dreh-Maschine fertigen. Dort gravierte Yasen Kanagarajah (17) Schlüsselanhänger mit der Schrift „mein friesoythe eisenARTIG-einzigARTIG“.
Gesellenprüfung trainiert
In weiteren Stationen wurde eine Dreh- und Fräsmaschine demonstriert, bei der Werkzeuge per Hand ausgetauscht werden, und Projekte wurden ausgestellt. Eine Powerpointpräsentation informierte über Ausbildungswege und Schulformangebote in der Metalltechnik. Im Workshop Steuerungstechnik programmierten die Schüler unter anderem Abläufe und nahmen Anlagen zur Produktionstechnik in Betrieb.
Ihre Projektarbeit stellte die Klasse 12 der Fachoberschule Technik vor. „Die Jungs haben Tragwerksmodelle, die beispielsweise unter dem Dach in der Meyer-Werft in Papenburg zur Anwendung kommen, berechnet und erstellt“, erklärte Lehrer Kai Bergemann. Diese Fachwerkbrücken wurden in einem Belastungstest geprüft. Dabei habe beispielsweise eine Brücke von nur 540 Gramm über eine Hebelkonstruktion einer Belastung von bis zu 304,5 Kilogramm stand gehalten.
Die Berufschüler Sven Sassen (19) und Sebastian Meyer (20] stellten an der Station Berufsschule Metallbau unter anderem ein zweiflügeliges Fenster vor, dass ihnen bei der Vorbereitung der Gesellenprüfung helfe. Klemens Sassen, Leiter des Qualitätszirkels Metallbau, erklärte, dass der seit 2006 bestehende Zirkel ein freiwilliges Training für die Gesellenprüfung anbiete. Die Schüler würden Zeichnungen von zum Beispiel einem Fenster erhalten und dieses in ihren Betrieben herstellen.
Skulptur aus Metall
Der Höhepunkt des Tages war das Aufstellen einer Metallskulptur im Innenhof der Schule. Diese sei in drei Arbeitsgruppen von Schülern und Lehrern gefertigt worden, berichtete Lehrer Frank Dellwisch, der mit seiner Gruppe das Schweißen übernommen hatte. Sie wiege bei einer Höhe von zwei Metern etwa 80 Kilogramm, habe einen Umfang von 80 mal 80 Zentimeter und sei aus Baustahl. Dieser färbe mit der Zeit noch rostbraun.
Die Skulptur könne wegen des Projekts „Ab in die Mitte“ als „Klangkörper in der Mitte“ bezeichnet werden, so Dellwisch. Dr. Georg Pancratz, Schulleiter der BBS Friesoythe, kündigte an, dass die Skulptur am Wochenende auf Wunsch der Stadt vor dem Franziskushaus positioniert werde, bevor sie ihren Platz auf dem Rasen vor dem neuen Rathaus finde. „Nach den Baumaßnahmen werden wir einen schönen Platz auf dem Schulgelände finden.“
