Oldenburg - Nur noch kurz die Welt retten: Das haben sich die Teilnehmer der Oldenburg Model United Nations (Olmun) für die nächsten vier Tage vorgenommen – zumindest theoretisch. Ab diesem Dienstag werden bei dem Schüler-Planspiel die Konferenzen der Vereinten Nationen (UN) in der Weser-Ems-Halle simuliert. In verschiedenen Komitees diskutieren dann 650 Schüler zwischen 13 und 20 Jahren weltpolitische Fragen – wie zum Beispiel die Nuklearbedrohung durch Nordkorea.
Gäste aus dem Umland
Gestemmt wird die mittlerweile 13. Mammutveranstaltung allein von Schülerhänden. „Fast ein Jahr haben wir alles vorbereitet“, erklärt Helge Wellmann, der mit seiner Funktion als „Generalsekretär“ die Federführung übernimmt. Drei Mitglieder des „Vorstands“, Felix Selinger, Yannick Meißner und Catharina Jantos, helfen ihm dabei – wie das etwa 40-köpfige Organisationsteam mit dem Namen „ Inner Circle“. Die englischen Bezeichnungen gehören dazu – während des Planspiels wird Englisch gesprochen. Neben dem Lerneffekt können sich so auch die rund 80 aus dem Ausland angereisten Schüler verständigen. Untergebracht sind sie bei Gastfamilien aus Oldenburg und umzu. „Von den Innenstadt-Gymnasien nehmen etwa 200 Schüler teil, viele kommen aus den umliegenden Landkreisen.“ Auch Gymnasiasten aus Rastede, Ganderkesee, Varel, Osnabrück und Friesoythe sind vertreten.
Klausurfreie Zeit
„Grundsätzlich gilt an den Gymnasien die Regel, dass in dieser Zeit keine Klausuren geschrieben werden“, berichtet Catharina Jantos. Von der Schule freigestellt werde jeder für die Olmun. Immerhin wird politisches Interesse gefördert, das Motto in diesem Jahr lautet: „Die Welt für nachfolgende Generationen retten“. „Für mich ist die Olmun auch ein Stück Meinungsbildung“, erklärt Generalsekretär Helge Wellmann. Eine politische Karriere verfolgt er nicht. Felix Seliger betont: „Das ist eine gute Gelegenheit, Einblick in Aktionsfelder zu bekommen, die man sonst nur aus den Nachrichten kennt.“
Was sich bei der Olmun besonders von der großen Politik unterscheide? „Man lacht sich nicht gegenseitig aus; außerdem gibt es keine Aggressionen oder Machtspiele“, so Hellmann.
