Jade - „Schwalben willkommen“ bezeugt nun eine Plakette am Haus von Peter Pargmann an der Jaderlangstraße. Diese Auszeichnung erhielt er nun von Franz-Otto Müller, Nabu-Vorsitzender in der Wesermarsch, mit einer Urkunde und zwei Kunstnestern für Mehlschwalben.
Den Anstoß für die Auszeichnung gab die Nachbarin Hanna Lemberg, denn einen Antrag zu stellen, wäre Peter Pargmann von alleine nicht in den Sinn gekommen. Die Unterlagen für die Einreichung zur Auszeichnung „Schwalbenfreundliches Haus“ wurde beim Nabu Emsland/Bentheim in Meppen gestellt. Hier wurde schnell Wohlgefallen an dem Standort geäußert. Franz-Otto Müller konnte sich beim Besuch überzeugen, dass dort ein echter Schwalbenfreund wohnt. Zahlreiche Nester haben die Rauchschwalben in und am Stallgebäude und der Hauswand gebaut. „Um die 20 Paare habe ich gezählt. Alle haben zwei bis drei Bruten mit jeweils drei bis vier Jungvögeln großgezogen“, sagt Peter Pargmann.
Unbeschwert gelangen die Zugvögel in den Stall, denn die Türen stehen immer offen. Der Tierfreund: „Ich lasse sie gewähren und sie lassen mich in Ruhe.“ Auch die deutlich sichtbaren Hinterlassenschaften stören ihn überhaupt nicht. An manchen Stellen hat er Planen ausgelegt. „Ich bin mit Schwalben groß geworden“, sagt Peter Pargmann mit einem gewissen Stolz.
Franz-Otto Müller zeigt sich beeindruckt von der Schwalbenpopulation vor Ort: „Für die Bewohner bedeutete das in den früheren Jahren Glück. Durch ihre Anwesenheit wurden die Insekten weggefressen und dadurch präsentierte sich gesundes Vieh.“
Laut Nabu sei bei der Schwalbenpopulation ein Rückgang festzustellen. Die Nahrungsversorgung mit Insekten sei deutlich geringer geworden. Ein Anzeichen dafür, so Franz-Otto Müller, könnten vor allem Autofahrer bezeugen. „In den Sommermonaten ist die Windschutzscheibe normalerweise immer schnell verdreckt. Das ist viel weniger geworden.“
Einiges Wissenswertes zu den Schwalben erläuterte der Fachmann bei der Übergabe. So gehörten die Flugkünstler über Jahrhunderte selbstverständlich in jedes Dorf und jeden Bauernhof. In unzähligen Gedichten und Erzählungen treten sie auf. Aberglaube, Bauernregeln und Merksprüche ranken sich um diese Vögel. Wenn sie hoch in den Himmel steigen etwa, kann man sich auf gutes Wetter freuen.
Bei der Nahrungssuche nach Insekten könne man ihre fliegerischen Darbieten gut beobachten. Etliche Hausbesitzer, so der Nabu-Experte, störten sich aber auch an den tierischen Mitbewohnern und entfernten, trotz Verbot, deren Nester. Ein Rückgang liege vor allem an der Beeinträchtigung ihrer Lebensräume, am Einsatz von Insektiziden oder intensiver Landwirtschaft. Mehl- und Rauchschwalben fänden oftmals keinen lehmigen Boden zum Bau ihrer Nester vor.
Jetzt zögen die Schwalben zum Überwintern in ein Gebiet südlich der Sahara. Peter Pargmann freut sich schon darauf, wenn seine gefiederten Freunde im Frühjahr wieder Einschlag halten.
