Schwaneburgermoor - Sie sind nicht nur schön anzusehen, sondern auch nützlich für Insekten: Blühwiesen wie die eine von Landwirt Stefan Brand neben seinem Hof in Schwaneburgermoor. Auf 0,4 Hektar hatte er dort die Saatmischung B-Grün eingesät. Seit Mai und bis September blühen auf der Fläche zahlreiche Blumen. Nicht zu übersehen dabei: die großen, gelben Sonnenblumen. „Wir wollen etwas für die Bienen tun“, sagte Brand. Die Fläche, die er in die Blühwiese verwandelt hat, lohne sich nicht für die Bearbeitung.

Auf seinem Hof haben sich am Dienstagnachmittag Vertreter des Kreislandvolkverbandes, der Landkreis-Kommunen, des Naturschutzbundes (Nabu) sowie Landwirte getroffen, um Bilanz der diesjährigen Blühstreifenaktion des Netzwerks „Blühende Landschaften“ zu ziehen.

Über das Netzwerk

Das Netzwerk „Blühende Landschaften“ ist aufgrund des Rückgangs der Insektenvielfalt initiiert worden. Ziel ist es, die Biodiversität zu verbessern. Ein Projekt des Netzwerks ist die Blühstreifen-Aktion.

Teilnehmer am Netzwerk sind: Leader-Region Soesteniederung, Landkreis und Landvolkverband Cloppenburg, Vertreter der Landkreis-Kommunen, Naturschutzbund Cloppenburg, Museumsdorf Cloppenburg, Landwirtschaftskammer Oldenburg-Süd, Hase-Wasseracht, Dachverband Hase, Zweckverband Thülsfelder Talsperre, Imkerverein Cloppenburg, Jägerschaft Cloppenburg.

Das Landvolk hat die Anlegung von Blühstreifen im gesamten Landkreis Cloppenburg organisiert, das Saatgut besorgt, rund 700 Kilogramm diverser Saatgutsorten an Landwirte ausgegeben und teilweise auch selber eingesät. Wie Markus Banemann, der das Projekt beim Kreislandvolkverband betreut, sagte, hätten sich 60 Landwirte beteiligt, die das Saatgut teilweise auf einem Teil ihrer Ertragsfläche eingesät hätten. „Wir wollen als Landvolkverband einen Beitrag leisten und die Blühstreifenaktion für Landwirte bezahlbar machen“, sagte Bernhard Suilmann, Geschäftsführer des Kreislandvolkverbands.

Insgesamt wurden gut 60 Hektar Blühflächen und -streifen landkreisweit angelegt. Zehn bis zwölf Kilo Saatgut pro Hektar Fläche wurden etwa benötigt. Insgesamt 10 000 Euro habe das diesjährige Projekt, was seit drei Jahren läuft, gekostet, sagte Suilmann. Der Verband hat selber Geld dazugegeben. Finanziert wurden die 60 Hektar ansonsten von der Leader-Region Soesteniederung, dem Landkreis und der Stadt Friesoythe. Allein im Stadtgebiet Friesoythe sind in diesem Jahr 23 Hektar Blühflächen angelegt worden, 16 davon vom Netzwerk, die restlichen sieben Hektar unter anderem von Landwirten in Eigenregie.

Suilmann freute sich über die positive Entwicklung der Blühstreifenaktion. 2019 konnten mehr Flächen als 2018 (da waren es 36) angelegt werden. Dennoch räumte er ein, dass die Blühflächen aufgrund der Trockenheit nicht so schön zur Geltung gekommen seien als erhofft.

Auch im nächsten Jahr soll die Aktion des Netzwerks „Blühende Landschaften“ weitergeführt werden, in der Hoffnung, dem Rückgang der Insektenvielfalt weiter entgegenzuwirken. Von den Blühflächen würde laut Banemann auch das Niederwild profitieren, dem Insekten als Nahrung dienen.

Tanja Mikulski
Tanja Mikulski Redaktion Münsterland