Hude/Stenum - Den armen Bären bleibt in ihrem jungen Leben aber auch nichts erspart. „Mein Bär hatte einen Herzinfarkt“, erklärt eine Fünfjährige der netten Frau aus dem Labor. „Oh, so jung und dann schon einen Herzinfarkt?“, erwidert Elke Passoke. Das Mädchen nickt. „Und er ist schwanger.“ Sie zögert und überlegt kurz. „Und hat einen Beinbruch.“
Zum Glück waren die Besitzer der Kuscheltiere vom Huder Kindergarten Gänseblümchen am Donnerstagvormittag in die Klinik Stenum gekommen. Schließlich leiteten die Fachleute vor Ort alles in die Wege, damit es all den kranken (beziehungsweise schwangeren) Bären, Mäusen, Robben, Dinos, Hunden und Einhörnern schnell wieder besser geht.
Plötzliche Beschwerden
Der Besuch in der Teddyklinik soll den Kindern die Angst vorm Arzt nehmen, erklärt Daniela Wolff, die an der Fachklinik für Orthopädie in Stenum für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. „Manchmal sind auch Kinder da, die anfangs sagen: ,Mein Teddy hat nichts!‘, aber dann blühen sie auf“ – und plötzlich hat der flauschige Freund dann doch einige Beschwerden.
„Mein Teddy hat ganz viel Angst vor der Spritze“, sagt ein Mädchen. „Du kannst ihm ja die Hand halten, dann ist es nicht so schlimm“, schlägt Daniela Wolff vor. Dann ist es auch schon soweit: Im Labor macht Elke Passoke die Einstichstelle erst mal sauber. Dafür gibt es einen Spritzer aus der Flasche mit dem Desinfektionsmittel. Dann der Piks. „Und jetzt musst du da ganz doll draufdrücken“, sagt sie zur Teddybesitzerin, die ein Wattebäuschchen auf die Einstichstelle drückt. Dann noch ein Pflaster – und das war’s auch schon.
Etwas aufwendiger wird es dagegen bei Hermine, dem Klinik-Teddy. Die klagt nämlich über arge Bauchschmerzen. Vermutlich hat sie irgendetwas verschluckt, erklärt Daniela Wolff. Zum Glück tut Röntgen überhaupt nicht weh. Und das Röntgenbild liefert die Diagnose: Die Patientin hat eine Büroklammer im Bauch. Sie muss wohl operiert werden.
Verband tut nicht weh
Für die anderen flauschigen Gefährten geht es weiter zu Krankenpflegehelferin Dine Weiß. Schließlich müssen all den Arm- und Beinbrüche sowie Rückenschmerzen mit einem Verband umwickelt werden. „Roter oder blauer Verband?“, fragt Dine Weiß. „Und wie kann man das wieder abmachen?“, fragt ein halbwegs besorgter Junge. „Das kannst du einfach wieder abwickeln“, beruhigt die Krankenpflegehelferin.
Kindergärten, die auch Interesse an der Teddy-Sprechstunde haben, können sich bei Daniela Wolff anmelden unter Tel. 0 42 23/7 13 04.
