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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Verkehr: Schwarzfahrt kostet 60 Euro

12.04.2013

Berlin /Flensburg Schwarzfahrern in Bus und Bahn geht es bald härter an den Kragen. Das Bußgeld soll von 40 auf 60 Euro steigen. Das beschloss die Verkehrsministerkonferenz am Donnerstag in Flensburg. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) soll eine Verordnung erarbeiten.

Bußgeld zuletzt vor zehn Jahren erhöht

Das Bußgeld für Schwarzfahren in Bus und Bahn gilt seit 2003. Damals wurde der Betrag von 30 auf 40 Euro angehoben.

Eine Änderung muss das Bundesverkehrsministerium veranlassen. Auch der Bundesrat muss zustimmen.

Durch Schwarzfahren entgehen den Unternehmen geschätzte 250 Millionen Euro pro Jahr.

„Diese Entscheidung ist überfällig, denn der bisherige Betrag von 40 Euro gilt seit zehn Jahren und schreckt vor allem notorische Schwarzfahrer kaum noch ab“, zollt der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) Beifall. Nach etwa 16 Fahrten innerhalb einer Stadt, bei denen er nicht erwischt werde, habe ein Schwarzfahrer das Bußgeld bereits wieder hereingeholt, rechnet VDV-Hauptgeschäftsführer Oliver Wolff vor. Dabei sei der Schaden enorm. „Den Nahverkehrsunternehmen entgehen durch Schwarzfahrer pro Jahr 250 Millionen Euro Einnahmen“, klagt der Verkehrsexperte. Dazu kämen „100 Millionen Euro für das Kontrollpersonal“. Deshalb sei ein höheres Bußgeld „ein sinnvoller und notwendiger Schritt“, so Wolff, der „für Wiederholungstäter 120 Euro Bußgeld“ fordert.

Der Fahrgastverband Pro Bahn hingegen kritisiert den Vorschlag, die Strafe zu erhöhen. Viele Fahrgäste würden wegen ausgefallener Automaten und defekter Entwerter unfreiwillig als Schwarzfahrer abgestempelt. Er hätte es lieber gesehen, wenn die Strafe für Wiederholungstäter deutlich angehoben worden wäre, sagte der stellvertretende Bundesvorsitzende Gerd Aschoff.

Die Länderverkehrsminister wollen weiter eine Warnwestenpflicht einführen. Die Westen sollen in Autos, Wohnmobilen und Lastwagen bereitliegen und im Fall einer Panne oder eines Unfalls getragen werden.

Ein Schwerpunkt der zweitägigen Verkehrsministerkonferenz war die Finanzierung der Verkehrsinfrastruktur. Für Straßen, Schienen und Wasserstraßen fehlen laut einem Kommissions-Bericht bei Bund, Ländern und Kommunen jährlich mindestens 7,2 Milliarden Euro.

Gunars Reichenbachs Chefkorrespondent / Redaktion Hannover
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