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Deponie Galing Einwender fürchten ungarisches Beispiel

SCHWEEWARDEN - Abteilungsleiter Walter Kulisch vom Gewerbeaufsichtsamt Oldenburg hat die Zahl der Einwendungen gegen die Erweiterung der Jarosit-Deponie nach unten korrigiert. Es lägen rund 30 Einwendungen von Privatleuten, Verbänden und Institutionen vor, sagte er.

Dazu kämen knapp 20 Stellungnahmen von Behörden, sogenannten Trägern öffentlicher Belange, die aber nicht als Einwendungen gewertet werden dürften, sagte Kulisch am Montag im Gespräch mit der

NWZ

 . Die Kreisverwaltung hatte der Nordwest-Zeitung Anfang November knapp 50 Einwendungen genannt.

Zu den wesentlichen Bedenken der Einwender gehört nach seinen Worten die Standfestigkeit des Deiches. Gerade nach der Katastrophe in Westungarn, wo giftiger Rotschlamm aus der Abfalldeponie einer Alumiumfabrik ausgetreten ist und weite Ländereien und Dörfer verseucht hat, treibe diese Befürchtung auch einige Einwender um, sagt Walter Kulisch.

Diese Sorgen teilt auch der Einwender Helmut Lueg, wie er in einer weiteren Stellungnahme an die

NWZ

  mitteilt. Der 79-Jährige, der jetzt in Delmenhorst wohnt, besitzt am Neuburger Weg unweit der Deponie einen Bauernhof, den er verpachtet. Sein Sohn Henning Lueg hat den ehemaligen Indorf-Hof in Bärdeich gekauft und verpachtet ihn jetzt. Beide hatten darauf gesetzt, dass die Deponie nach ihrer Verfüllung abgeschlossen wird.

Stattdessen soll der Deponie-Teil Galing II um etwa zehn Meter auf rund 18,50 Meter erhöht werden, so dass die Xstrata-Zink GmbH, die die Lagerstätte betreibt, hier weitere zehn Jahre lang den Abfallstoff Jarosit ablagern kann, der in der Zinkelektrolyse entsteht. Weitere Einwender sind etwa der Kreislandvolkverband und die Grünen-Landtagsabgeordnete Ina Korter, die in Phiesewarden wohnt.

In diesem Zusammenhang weist Walter Kulisch darauf hin, dass vor etwa zwei Jahren Dichtungsbahnen eingerissen sind, die den Umfassungswall nach innen absichern. Aufgefallen sei der Schaden, weil bei der Kontrolldrainage erhöhte Verschmutzungswerte registriert wurden. Daraufhin sei der Schaden gleich behoben worden. Bei den Kontrollbrunnen außerhalb der Anlage seien aber keine erhöhten Werte festgestellt worden. Einige Einwender befürchteten, es könne wieder zu einem solchen Riss kommen.

Eine weitere Sorge der Einwender: Die Ländereien rund um die Deponie könnten durch die Erhöhung der Deponie verschmutzt werden. Alle diese Fragen werden jetzt von Fachleuten bearbeitet.


Beim Erörterungstermin vom 12. bis 14. Januar im Ratssaal des Nordenhamer Rathausturms sollen diese Fragen besprochen werden. Wer das Planfeststellungsverfahren leitet, stehe noch nicht fest, sagte Kulisch.

Wie der Xstrata-Geschäftsführer Carl van Dyken auf Anfrage der

NWZ

  sagte, wird es nach der endgültigen Verfüllung der Deponie Galing II vermutlich eine weitere Jarosit-Deponie geben. Denn die über Jahre diskutierte Wiederverwertung des Jarosit-Schlamms werde in absehbarer Zeit vermutlich nicht kommen.
Henning Bielefeld
Henning Bielefeld Redaktion Nordenham (Stv. Leitung), Redaktion Stadland
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