SCHWEI - Die Grundeigentümer müssen sich mit 25 Prozent an den Kosten beteiligen. Es sind noch viele Gespräche nötig.
von Beatrix schulte
Nach sechsjährigen Bemühungen sowie etlichen Gesprächen mit Behörden und Politikern stehe man jetzt endlich ganz oben auf der Liste der in Niedersachsen für eine Flurbereinigung anstehenden Gebiete. „Es muss nicht erst alles kaputt sein, bevor reagiert wird“, freute sich Otto-Hermann Witting. Er ist Vorsitzender des Landvolkvereins Schwei, das die Grundeigentümer in der ehemaligen Gemeinde Schwei zu zwei Informationsabenden eingeladen hatte.
Die Veranstaltung für jene Schweier, deren Ländereien nördlich der Bundesstraße 437 liegen, fand jetzt im Hotel „Schweier Krug“ statt. Die Eigentümer der Grundstücke südlich der B 437 werden an diesem Montag ab 20 Uhr in der Gaststätte „Kötermoorer Hof“ informiert.
Den Ablauf eines Flurbereinigungs-Verfahrens erläuterte Sylvia Winter. Sie ist die zuständige Dezernatsleiterin im Oldenburger Amt für Landentwicklung der Landesbehörde für Geoinformation, Landentwicklung und Liegenschaften (GLL). Eine Flurbereinigung sei ein behördlich geleitetes Verfahren zur Raumstrukturierung, bei dem das GLL seine Unterstützung und Hilfe anbiete. Nicht nur der Wegebau sei Teil einer Flurbereinigung, sondern auch die Zusammenlegung von Flurstücken, machte Silvia Winter deutlich. In dem Schweier Gebiet gebe es sehr schmale Streifenflurstücke. Dies sei zwar ökologisch ganz gut, aber wirtschaftlich eher nachteilig, angesichts der großen Maschinen in der Landwirtschaft.
Zu den Aufgaben im Vorfeld einer Flurbereinigung gehöre die gemeinsame Erarbeitung von Neugestaltungsgrundsätzen, die durch viele Gespräche mit den Landwirten geklärt werden müssen. Hierzu werden Arbeitsgruppen benötigt, die sich intensiv mit den Wünschen und Vorstellungen der Landwirte und Eigentümer befassen, diese sammeln und zu einem Konzept zusammenfassen, so die Dezernatsleiterin.
Das eingereichte Konzept wird den Eigentümern dann noch einmal vorgestellt, es werden Kosten und Belastungen genannt und bei Zustimmung das Flurbereinigungsverfahren eingeleitet. Danach werden die Träger öffentlicher Belange, zu den unter anderem die Naturschutzverbände und die Gemeinde Stadland gehören, angehört. Die Eigentümer können auch in den verschiedenen Phasen das Verfahren durch Einwände und Kritik aktiv mitgestalten. Sylvia Winter sprach von einer zehnjährigen Dauer des Verfahrens bis zum Abschluss der Flurbereinigung.
GLL-Objektleiter Klaus Speckmann geht von einer mindestens einjährigen Planungszeit mit regelmäßigen Treffen aus, bei denen die Eigentümer intensiv befragt werden. Klaus Speckmann wird das Schweier Projekt betreuen und steht schon jetzt für Fragen unter 0441/9215262 zur Verfügung.
Uwe Ralle, Leiter des Landwirtschaftsamtes Oldenburg Nord plädierte für die Unterstützung der Gemeinde Stadland bei der Gegenfinanzierung. Da es sich bei der Flurbereinigung um eine Maßnahme für die Allgemeinheit handelt, wird das Projekt mit 75 Prozent der Gesamtkosten vom Land Niedersachsen unterstützt. Die restlichen 25 Prozent müssen die Eigentümer aufbringen. Die Kostenumlegung erfolgt auf mehrere Jahre und in Abhängigkeit von der Bodenqualität und der Flächengröße.
Bisher umfasst das Gebiet rund 3600 Hektar mit 23 Kilometer Wirtschaftswege, die das Landvolk gerne auf 35 Kilometer aufstocken möchte. Wer in Zukunft für den Unterhalt der neuen Straßen und Wege zuständig ist, steht noch nicht fest. Günter Busch, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Stadlander Rat, wies aber darauf hin, dass die Gemeinde Stadland dies nicht übernehmen kann.
